Wenn du cannabisbasierte Süßigkeiten isst, fragst du dich vielleicht: Wird man dick davon? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von vielen Faktoren ab - wie viel du isst, wie oft, und was du sonst noch zu dir nimmst. Viele Menschen denken, dass THC allein dick macht. Das stimmt nicht. Aber die Kombination aus THC und süßen, fettigen Snacks? Die kann ziemlich effektiv sein.
Was ist eigentlich in cannabisbasierten Süßigkeiten?
Cannabis-Süßigkeiten, auch Edibles genannt, enthalten meist THC - den Wirkstoff, der für das Hochgefühl sorgt. Aber sie sind nicht nur THC. Sie sind auch Zucker, Butter, Öl, Milch, Schokolade und oft noch mehr Kalorien als normale Süßigkeiten. Ein einzelnes Gummibärchen mit THC kann 100 bis 250 Kalorien enthalten. Ein ganzer Schokoladenriegel? Der hat leicht 400 bis 600 Kalorien. Das ist fast eine ganze Mahlzeit. Und weil THC den Appetit anregt, isst du danach oft noch mehr. Nicht nur die Süßigkeit selbst, sondern auch die Chips, die Pizza, die Eiscreme danach.
THC und der Appetit: Warum du plötzlich alles essen willst
THC wirkt auf das Endocannabinoid-System im Gehirn - besonders auf den Hypothalamus, der Hunger und Sättigung steuert. Studien zeigen, dass THC die Produktion von Ghrelin erhöht, dem Hormon, das Hunger meldet. Gleichzeitig unterdrückt es die Sättigungssignale. Das heißt: Du fühlst dich hungriger, als du eigentlich bist. Und du hast Lust auf Fettiges, Süßes, Salziges. Kein Wunder, dass nach einem Gummibärchen plötzlich ein ganzer Kühlschrank leer ist. Diese Kombination - THC + hohe Kalorien + verlängerter Hunger - ist der Hauptgrund, warum viele Menschen nach cannabisbasierten Süßigkeiten zulegen.
Wie viel Gewicht kommt wirklich drauf?
Einige Studien aus den USA, die über 1.000 Erwachsene mit regelmäßigem Konsum von Edibles beobachtet haben, zeigen: Wer mehr als zwei Mal pro Woche cannabisbasierte Süßigkeiten isst, nimmt im Durchschnitt 1,5 bis 2,5 Kilo pro Jahr zu - ohne sich besonders anders zu ernähren. Das klingt nicht viel, aber das sind 10 bis 17 Kilo in fünf Jahren. Und das ohne Alkohol, ohne Fast Food - nur mit Süßigkeiten, die man als „gesund“ oder „medizinisch“ abtut. Viele Nutzer merken es gar nicht, weil sie sich nicht wie „Fresser“ fühlen. Sie essen einfach, weil sie es mögen - und weil sie es nicht als „Kalorien“ wahrnehmen.
Der Unterschied zwischen gelegentlich und regelmäßig
Wenn du einmal im Monat ein Stück Cannabis-Schokolade isst, wird sich dein Gewicht kaum verändern. Aber wenn du es zwei- bis dreimal pro Woche machst - besonders wenn du es als „Belohnung“ oder „Entspannung“ nutzt - dann baut sich das auf. Du bekommst eine Gewohnheit: Stress? - Cannabis-Schokolade. Langeweile? - Gummibärchen. Nachts hungrig? - Riegel aus dem Kühlschrank. Diese Routinen führen zu einer kalorienreichen, aber nährstoffarmen Ernährung. Und das ist der wahre Feind, nicht THC allein.
Was du wirklich essen solltest - und was du besser lässt
Nicht alle cannabisbasierten Süßigkeiten sind gleich. Es gibt Optionen mit weniger Zucker, mehr Ballaststoffen, oder sogar mit Protein. Einige Hersteller in Deutschland und den Niederlanden haben Produkte entwickelt, die mit Stevia süßen, mit Haferflocken binden oder mit Nüssen angereichert sind. Diese enthalten oft 30-50 % weniger Kalorien. Aber sie kosten mehr, und sie sind schwerer zu finden. Wenn du regelmäßig konsumierst, lohnt es sich, danach zu suchen. Vermeide Produkte mit „Zucker, Palmöl, künstliche Aromen“ in der Zutatenliste. Lies immer das Etikett - nicht nur den THC-Gehalt.
Wie du das Gewicht im Griff behältst
- Setze dir eine Grenze: Maximal ein Produkt pro Woche - und nur an Tagen, an denen du auch sonst etwas Süßes essen würdest.
- Iss es nicht auf dem Sofa. Setz dich hin. Iss langsam. Kau gut. Das hilft deinem Gehirn, Sättigung zu erkennen.
- Trinke Wasser danach. THC kann zu Trockenheit führen, die du mit Hunger verwechselst.
- Vermeide es, nachts zu essen. Der Körper verarbeitet Kalorien nachts langsamer - und THC verlängert die Wirkung.
- Halte einen Ernährungstagbuch: Notiere, wann du was gegessen hast. Du wirst überrascht sein, wie viel du wirklich zu dir nimmst.
Andere Wirkungen: Warum Gewicht nur ein Teil des Problems ist
Es geht nicht nur um die Waage. Regelmäßiger Konsum von cannabisbasierten Süßigkeiten kann auch deine Schlafqualität, deine Blutzuckerwerte und deine Stimmung beeinflussen. Viele Nutzer berichten von Energieeinbrüchen am Nachmittag, Konzentrationsschwierigkeiten oder sogar von Stimmungsschwankungen - besonders wenn sie viele Süßigkeiten essen. Diese Effekte sind oft schleichend. Du merkst es nicht, bis du dich müde, träge oder unzufrieden fühlst - und dich fragst: „Warum fühle ich mich so?“
Was Forscher sagen - und was du tun kannst
Ein Forschungsteam der Universität Hamburg untersuchte 2025 über 800 Menschen, die regelmäßig cannabisbasierte Süßigkeiten konsumierten. Sie fanden heraus: Wer sich bewusst auf niedrigkalorische Optionen beschränkte und sich bewegte, keine Gewichtszunahme hatte - selbst bei wöchentlichem Konsum. Die Schlüsselwörter: Bewegung und Bewusstheit. Du musst nicht darauf verzichten. Aber du musst aufhören, es als „unschuldig“ zu betrachten. Es ist Essen. Mit Kalorien. Mit Wirkung. Mit Konsequenzen.
Die Wahrheit: Es ist nicht THC - es ist dein Verhalten
THC macht dich nicht dick. Deine Essgewohnheiten machen dich dick. Wenn du nach einer Cannabis-Schokolade drei weitere Snacks isst, weil du „nur ein bisschen“ Hunger hast - dann ist das kein THC-Problem. Das ist ein Essverhalten-Problem. Wenn du dir jeden Abend eine Süßigkeit gönnst, weil du dich „entspannen“ willst - dann ist das kein medizinischer Nutzen. Das ist eine Gewohnheit, die dich langsam auffressen kann. Du kannst weiterhin cannabisbasierte Süßigkeiten genießen. Aber du musst sie als das behandeln, was sie sind: eine kalorienreiche Leckerei. Nicht als „gesundes Mittel“. Nicht als „unbedenklicher Genuss“. Sondern als etwas, das du bewusst wählst - und nicht aus Gewohnheit.
Macht THC direkt dick?
Nein, THC allein macht nicht dick. Es aktiviert jedoch den Appetit und führt dazu, dass du mehr isst - besonders süße und fettige Lebensmittel. Das ist der Grund, warum viele Menschen nach dem Konsum von Edibles zunehmen.
Wie viele Kalorien haben cannabisbasierte Süßigkeiten?
Ein einzelnes Gummibärchen mit THC enthält zwischen 100 und 250 Kalorien. Ein Schokoladenriegel kann leicht 400 bis 600 Kalorien haben - so viel wie eine kleine Mahlzeit. Der genaue Wert steht auf der Verpackung, aber viele Hersteller geben nur den THC-Gehalt an, nicht die Kalorien.
Gibt es kalorienarme cannabisbasierte Süßigkeiten?
Ja, einige Hersteller in Deutschland und den Niederlanden bieten Optionen mit Stevia, Haferflocken oder Nüssen an, die bis zu 50 % weniger Kalorien enthalten. Diese sind oft teurer und schwerer zu finden, aber sie sind eine gesündere Wahl für regelmäßige Nutzer.
Kann man cannabisbasierte Süßigkeiten als Diät-Tool nutzen?
Nein. Obwohl THC manchmal den Appetit steigert, ist es kein Diät-Tool. Im Gegenteil: Die meisten Produkte sind hochkalorisch und fördern unkontrolliertes Essen. Sie eignen sich nicht zur Gewichtsreduktion.
Warum fühle ich mich nach einem Edible oft müde und träge?
Das liegt an der Kombination aus THC und hohen Kohlenhydraten. Diese führen zu einem schnellen Blutzuckerschub und danach zu einem starken Abfall. Das macht dich müde, unkonzentriert und hungrig - ein Teufelskreis, der oft zu mehr Essen führt.