Gesundheit & Ernährung

Welche Pflanze produziert am meisten CBD?

Lukas Engelhardt

Lukas Engelhardt

Welche Pflanze produziert am meisten CBD?

Wenn du nach der Pflanze suchst, die am meisten CBD produziert, dann geht es nicht um irgendein Kraut oder Gewürz - es geht um Hanf. Genauer gesagt: um speziell gezüchtete Hanfsorten, die als CBD-Hanf bezeichnet werden. Diese Pflanzen wurden nicht dafür entwickelt, high zu machen, sondern um eine hohe Konzentration an Cannabidiol zu liefern - ohne den psychoaktiven Effekt von THC.

Was ist CBD, und warum ist die Pflanze wichtig?

CBD, oder Cannabidiol, ist eine der über 100 Cannabinoid-Verbindungen, die in der Hanfpflanze vorkommen. Im Gegensatz zu THC wirkt es nicht berauschend. Stattdessen wird es von Menschen verwendet, die nach natürlichen Wegen suchen, um Schlaf, Schmerzen, Angst oder Entzündungen zu lindern. Doch CBD kommt nicht von selbst in der Pflanze vor - es muss in ausreichender Menge gezüchtet werden. Und hier liegt der Knackpunkt: Nicht jede Hanfpflanze ist gleich.

Einige Hanfsorten, die früher als „Industriehanf“ galten, enthielten kaum mehr als 0,3 % CBD. Heute gibt es Züchtungen, die bis zu 20 % CBD im Trockengewicht liefern. Das ist eine Verzehnfachung. Diese Sorten sind nicht zufällig entstanden. Sie sind das Ergebnis jahrelanger Selektion, Laborarbeit und Feldversuche - vor allem in Europa und Nordamerika.

Welche Hanfsorten produzieren am meisten CBD?

Die höchsten CBD-Erträge kommen heute von speziellen Sorten, die explizit für CBD-Anbau entwickelt wurden. Zu den bekanntesten gehören:

  • CBD Charlotte’s Angel: Eine der ersten Sorten mit über 15 % CBD und unter 0,3 % THC. Wurde ursprünglich für Kinder mit Epilepsie gezüchtet.
  • AC/DC: Bekannt für ein Verhältnis von CBD zu THC von etwa 20:1. Wird oft in Öl- und Tropfenform verwendet.
  • Harlequin: Ein ausgewogenes Verhältnis von CBD und THC, aber mit einem CBD-Anteil von bis zu 18 %. Beliebt für tägliche Anwendungen.
  • Remedy: Eine der CBD-reichsten Sorten weltweit - mit Werten von bis zu 22 % CBD. Wird hauptsächlich für pharmazeutische Produkte angebaut.
  • CBD Critical Mass: Hoher Ertrag, hoher CBD-Gehalt - ideal für kommerzielle Produktion.

Diese Sorten werden nicht im Freiland als „Wildwuchs“ gefunden. Sie sind das Ergebnis gezielter Züchtung. Die Pflanzen werden in kontrollierten Umgebungen - oft in Gewächshäusern oder unter LED-Licht - angebaut, um die CBD-Produktion zu maximieren. Der Boden, die Luftfeuchtigkeit, die Lichtzyklen und sogar die Nährstoffzufuhr werden optimiert.

Warum nicht Marihuana?

Viele denken, dass Marihuana - also THC-reiche Hanfsorten - auch viel CBD enthält. Das ist ein Irrtum. Marihuana wurde über Jahrzehnte gezielt auf hohe THC-Werte gezüchtet. Die CBD-Werte liegen oft unter 1 %. In einigen Fällen sind sie sogar praktisch null. Wer CBD sucht, sollte sich nicht auf Marihuana verlassen.

Ein Vergleich: Wenn du nach Honig suchst, nimmst du auch nicht die Blume, die nach Pollen aussieht, sondern die, die von Bienen als Nektarquelle genutzt wird. Genauso ist es mit CBD. Es geht nicht um die Pflanze, die „wie Hanf“ aussieht - sondern um die, die speziell dafür gezüchtet wurde, CBD zu produzieren.

Vergleich zweier Hanfpflanzen: eine mit niedrigem CBD-Gehalt und eine mit hohem CBD-Gehalt und leuchtenden Blüten.

Wie wird CBD aus der Pflanze gewonnen?

Die CBD-Produktion beginnt nicht mit dem Anbau, sondern mit der Ernte. Die Blüten und Blätter der Hanfpflanze enthalten die höchste Konzentration an CBD. Die Stängel und Samen enthalten kaum etwas.

Die häufigsten Extraktionsmethoden sind:

  • CO₂-Extraktion: Die sauberste und effizienteste Methode. Nutzt unter Druck gesetztes Kohlendioxid, um CBD zu lösen. Bleibt frei von Rückständen. Wird von seriösen Herstellern bevorzugt.
  • Öl-Extraktion: Einfacher, aber weniger präzise. Nutzt Oliven- oder Kokosöl, um CBD zu ziehen. Gibt oft ein weniger konzentriertes Produkt, aber es ist gut für Hausanwendungen.
  • Alkohol-Extraktion: Schnell und kostengünstig, aber kann auch unerwünschte Pflanzenstoffe mitziehen. Erfordert nachträgliche Reinigung.

Die Qualität des Endprodukts hängt nicht nur von der Pflanze ab, sondern auch davon, wie sorgfältig der Extraktionsprozess durchgeführt wird. Ein schlecht verarbeitetes CBD-Öl kann Schwermetalle, Pestizide oder Lösungsmittel enthalten - selbst wenn die Pflanze rein war.

Was ist mit anderen Pflanzen? Gibt es CBD außerhalb von Hanf?

Manche behaupten, dass CBD auch in anderen Pflanzen wie Kava, Echinacea oder Schwarzkümmel vorkommt. Das ist irreführend. Diese Pflanzen enthalten ähnliche Verbindungen - sogenannte „Cannabinoid-ähnliche Substanzen“ - aber kein echtes CBD.

Echtes CBD hat eine spezifische chemische Struktur: C21H30O2. Nur die Hanfpflanze (Cannabis sativa) produziert es in nennenswerten Mengen. Andere Pflanzen können das Immunsystem beeinflussen oder entzündungshemmend wirken - aber sie ersetzen nicht CBD.

Es gibt Forschungen, die versuchen, CBD mit synthetischer Biologie herzustellen - zum Beispiel durch genetisch veränderte Hefe. Aber diese Produkte sind noch nicht marktreif und nicht in Lebensmitteln zugelassen. Bis heute ist Hanf die einzige natürliche, verlässliche und legal zugelassene Quelle für CBD.

Wie viel CBD enthält eine Pflanze?

Ein durchschnittlicher CBD-Hanf in einem professionellen Anbau liefert zwischen 10 und 20 % CBD im Trockengewicht. Das bedeutet: Aus 100 Gramm getrockneten Blüten erhält man 10 bis 20 Gramm reines CBD.

Im Vergleich dazu: Ein traditioneller Industriehanf aus den 1990er Jahren hatte oft nur 0,1 bis 0,3 % CBD. Heute ist das nicht mehr relevant. Die moderne Züchtung hat die Grenzen verschoben. Einige Labore berichten von Einzelproben mit über 22 % CBD - aber das ist Spitzenwert, nicht Standard.

Die Menge, die du in einem Produkt findest, hängt von der Konzentration ab. Ein 30-ml-Fläschchen CBD-Öl mit 10 % CBD enthält 3.000 mg CBD. Ein Fläschchen mit 5 % enthält nur 1.500 mg. Die Pflanze liefert den Rohstoff - die Verarbeitung bestimmt die Endkonzentration.

Reines CBD-Öl in einem Glasfläschchen über Hanfblüten, mit schwebenden Molekülstrukturen und Laborequipment im Hintergrund.

Wie erkennt man eine gute CBD-Pflanze?

Wenn du CBD-Hanf kaufst - sei es als Blüten, Öl oder Extrakt - dann achte auf drei Dinge:

  1. Labortests: Jeder seriöse Hersteller gibt einen Certificate of Analysis (CoA) heraus. Darin steht genau: Wie viel CBD, THC, Pestizide und Schwermetalle enthalten sind.
  2. Anbaubedingungen: Bio-Anbau in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist ein gutes Zeichen. Hanf nimmt Schadstoffe aus dem Boden auf - wenn er in kontaminiertem Boden wächst, landen sie im Öl.
  3. Extraktionsmethode: CO₂-Extraktion ist der Goldstandard. Alkohol- oder Öl-Extraktion ist okay, wenn danach gereinigt wird.

Vermeide Produkte ohne CoA. Vermeide Produkte, die „natürliches CBD“ behaupten, aber keine Sortenangabe nennen. Und vermeide „CBD-Blüten“ aus China oder Indien, wenn du keine Herkunft nachvollziehen kannst.

Was ist mit CBD in Lebensmitteln?

CBD wird heute in vielen Lebensmitteln verwendet: in Schokolade, Kaffee, Müslis, Joghurts und sogar Bier. Aber hier gilt: Die Pflanze ist die Quelle - aber die Verarbeitung macht den Unterschied.

Ein CBD-Öl, das in eine Schokolade gemischt wird, muss stabil sein. Es muss bei Raumtemperatur nicht oxidieren. Es muss gleichmäßig verteilt werden. Und es muss in der richtigen Dosis enthalten sein. Viele Produkte auf dem Markt enthalten gar nicht die angegebene Menge - oder nur Spuren.

Die EU hat strenge Regeln für CBD in Lebensmitteln. In Deutschland ist CBD als „Neues Lebensmittel“ eingestuft. Das bedeutet: Es muss genehmigt werden, und die Dosierung ist begrenzt. Ein typisches Lebensmittel enthält zwischen 5 und 50 mg CBD pro Portion. Das ist viel weniger als eine Tropfflasche - aber es reicht für tägliche Unterstützung.

Was kommt als Nächstes?

Die Forschung geht weiter. Neue Hanfsorten mit noch höherem CBD-Gehalt und niedrigerem THC werden entwickelt. Einige Züchter experimentieren mit Hybridpflanzen, die nicht nur mehr CBD liefern, sondern auch schneller wachsen oder widerstandsfähiger gegen Schädlinge sind.

Zudem wird CBD aus Pflanzenresten gewonnen - also aus Blättern und Stängeln, die früher als Abfall galten. Das macht die Produktion nachhaltiger. Und es senkt die Kosten.

Die Zukunft von CBD liegt nicht in der Suche nach einer neuen Pflanze - sondern in der Verbesserung der Hanfpflanze selbst. Sie ist und bleibt die beste, natürlichste und effizienteste Quelle für CBD - und das wird sie auch in den nächsten Jahren bleiben.