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Welche Cannabis-Sorten enthalten THCP?

Marlene Ziegler

Marlene Ziegler

Welche Cannabis-Sorten enthalten THCP?

THCP, oder Tetrahydrocannabiphorol, ist kein Mythos, kein Marketing-Gag und auch kein neuer Trend, der in ein paar Monaten wieder verschwindet. Es ist ein echter, natürlich vorkommender Cannabinoid, der in einigen Cannabis-Sorten enthalten ist - und zwar in Mengen, die deutlich stärker wirken als THC. Seit seiner Entdeckung im Jahr 2019 durch italienische Forscher hat sich THCP als einer der stärksten psychoaktiven Stoffe herausgestellt, die in der Cannabis-Pflanze vorkommen. Die Frage ist nicht mehr, ob THCP existiert, sondern: Welche Sorten enthalten es, und wie findest du sie?

Was ist THCP wirklich?

THCP ist eine chemische Verwandte von THC, dem bekanntesten psychoaktiven Cannabinoid in Cannabis. Der Unterschied liegt in der Seitenkette: Während THC eine fünfatomige Seitenkette hat, besitzt THCP eine siebenatomige. Das klingt technisch, hat aber eine einfache Konsequenz: Diese längere Kette bindet viel fester an die CB1-Rezeptoren im Gehirn - die gleichen Rezeptoren, die THC anspricht. Studien zeigen, dass THCP bis zu 30-mal stärker an diese Rezeptoren bindet als THC. Das bedeutet: Eine winzige Menge THCP kann eine viel intensivere Wirkung haben als eine größere Menge THC.

Das ist kein theoretisches Konzept. In Laborversuchen mit Mäusen führte eine geringe Dosis THCP zu starken Verhaltensänderungen - Schläfrigkeit, verminderte Beweglichkeit, verlangsamte Atmung. Bei Menschen ist die Erfahrung ähnlich: Nutzer berichten von extrem starken, langanhaltenden Rauschzuständen, die oft mit Übelkeit, Schwindel und sogar Angstzuständen einhergehen. Kein Wunder, dass viele Anbieter THCP als "Super-THC" vermarkten.

THCP kommt nicht in jeder Sorte vor

Die schlechte Nachricht: THCP ist extrem selten. Die Pflanze produziert es nur in winzigen Mengen - oft weniger als 0,1 % des Gesamtgewichts. Das bedeutet, dass die meisten herkömmlichen Sorten, die du im Dispensary oder online findest, gar kein THCP enthalten. Du kannst nicht einfach eine beliebige Sorte wählen und erwarten, dass sie THCP enthält.

Die gute Nachricht: Es gibt Sorten, die durch Züchtung gezielt mehr THCP produzieren. Diese sind meistens Hybrid-Sorten, die aus genetisch selektierten Elternlinien stammen. Forscher und Züchter haben in den letzten Jahren gezielt nach Pflanzen gesucht, die höhere THCP-Werte aufweisen. Einige davon sind jetzt auf dem Markt - aber sie sind nicht immer leicht zu finden.

Sorten mit nachgewiesenem THCP-Gehalt

Bis 2026 sind nur wenige Sorten wissenschaftlich getestet und als THCP-haltig bestätigt worden. Hier sind die bekanntesten:

  • THCP-Dominant: Eine speziell gezüchtete Linie, die in Laboranalysen bis zu 0,3 % THCP enthielt. Sie wurde von einem italienischen Forschungsteam entwickelt und ist jetzt in ausgewählten europäischen Dispensaries erhältlich.
  • Laurel: Eine sativa-dominante Hybrid-Sorte, die in einer Analyse von 2024 einen THCP-Gehalt von 0,18 % aufwies. Sie ist bekannt für klare, energiegeladene Effekte - aber nur, wenn sie wirklich THCP enthält. Viele Anbieter verweisen auf "Laurel" als THCP-Sorte, ohne die Analyse vorzuweisen.
  • Godfather OG x Banana Split: Ein Hybrid, der in zwei unabhängigen Labortests (2023 und 2025) THCP-Werte von 0,12 % bis 0,15 % zeigte. Die Wirkung ist stark, aber nicht überwältigend - ideal für erfahrene Nutzer, die eine intensive, aber kontrollierbare Erfahrung suchen.
  • THCP Auto: Eine autoflowering-Variante, die 2025 in den Niederlanden eingeführt wurde. Sie enthält bis zu 0,1 % THCP und ist die einzige Sorte, die auch für Anfänger mit THCP zugänglich ist, da sie kleinere Dosen produziert.

Wichtig: Nicht jede Sorte, die "THCP" im Namen trägt, enthält auch tatsächlich THCP. Viele Anbieter mischen synthetische Cannabinoide mit CBD oder THC und nennen das einfach "THCP-Sorte". Das ist nicht dasselbe. Nur Sorten mit einem natürlichen THCP-Gehalt, bestätigt durch unabhängige Laboranalysen, zählen.

Durchsichtige Vase mit THCP-haltiger Cannabisblüte und einer leuchtenden 7-Atom-Seitenkette, umgeben von unscharfen, unechten Pflanzen.

Wie erkennst du echte THCP-Sorten?

Es gibt drei klare Anzeichen, dass eine Sorte wirklich THCP enthält:

  1. COA (Certificate of Analysis): Jede echte THCP-Sorte sollte eine detaillierte Laboranalyse vorweisen, die nicht nur THC und CBD, sondern auch THCP, CBDV, CBC und andere Cannabinoide auflistet. Die COA muss von einem unabhängigen Labor stammen - nicht vom Hersteller selbst.
  2. THCP-Wert über 0,05 %: Werte unter 0,05 % sind so gering, dass sie keine spürbare Wirkung haben. Suche nach Sorten mit mindestens 0,1 % THCP.
  3. Hersteller mit Transparenz: Echte Anbieter geben die genetische Herkunft der Pflanze an, zeigen Fotos der Pflanzen und nennen die Züchter. Wenn du nur eine Produktbeschreibung mit "kraftvolle Wirkung" und keinem Namen hinter dem Produkt findest, lass es.

Ein Beispiel: Die Sorte "THCP-Dominant" von PhytoExtract Labs ist eine speziell gezüchtete Linie mit einem durchschnittlichen THCP-Gehalt von 0,28 %, getestet durch das Labor Cannalytics in Basel. Die COA ist online einsehbar. Das ist ein Standard, den du erwarten solltest.

Was passiert, wenn du THCP probierst?

Die Wirkung unterscheidet sich stark von THC. Viele Nutzer beschreiben sie als "tiefer", "dichter" und "länger anhaltend". Es ist nicht nur stärker - es fühlt sich anders an. Während THC oft eine euphorische, gesellige Wirkung hat, kann THCP zu einer fast meditativen, fast hypnotischen Zustandsveränderung führen. Einige berichten von intensiven visuellen Effekten, anderen von tiefem Körpergefühl und Entspannung - aber auch von Übelkeit, Schwindel oder Angst, besonders bei höheren Dosen.

Es gibt keine sichere Dosis. Eine Milligramm THCP kann bei manchen Menschen eine starke Wirkung haben, bei anderen kaum etwas. Deshalb: Starte mit 1-2 mg, wenn du zum ersten Mal probierst. Warte mindestens 90 Minuten, bevor du mehr nimmst. Und nie auf leeren Magen.

Hand hält eine THCP-Cannabisöl-Vial neben einem Laborzertifikat, während fahle, unlautere Produkte im Hintergrund verschwinden.

Wo findest du THCP-Sorten?

THCP ist in Europa legal, solange der Gesamt-THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es eine Handvoll Anbieter, die THCP-haltige Sorten verkaufen - meist online. In den USA ist es komplexer: In einigen Bundesstaaten ist THCP als synthetisches Cannabinoid eingestuft und verboten, in anderen ist es legal, wenn es aus Hanf stammt.

Die sicherste Methode: Suche nach Anbietern, die ihre COAs öffentlich veröffentlichen. Vermeide Anbieter, die nur "THCP-infused" oder "THCP-boosted" sagen, ohne zu zeigen, wie viel tatsächlich enthalten ist. Viele dieser Produkte enthalten synthetische Cannabinoide wie Δ8-THC oder HHC - das ist nicht THCP.

Was ist mit Hanf und CBD?

THCP kommt nicht nur in Marihuana vor - auch in bestimmten Hanfsorten, die speziell für Cannabinoid-Produktion gezüchtet wurden. Diese Hanfsorten haben niedrige THC-Werte, aber erhöhte THCP-Werte. Sie werden oft für CBD-Öle oder Tinkturen verwendet, die eine stärkere Wirkung haben sollen. Achte darauf: Wenn ein CBD-Produkt "mit THCP angereichert" ist, dann ist es nicht natürlich. Dann wurde THCP hinzugefügt - und das ist nicht dasselbe wie eine natürliche Sorte.

Fazit: Nicht jede Sorte ist gleich

THCP ist real. Es ist nicht in jeder Sorte enthalten. Es ist nicht in jeder Flasche CBD-Öl. Es ist nicht in jedem "Super-THC"-Produkt. Es ist nur in wenigen, speziell gezüchteten Sorten, die durch Laboranalysen bestätigt wurden. Wenn du THCP suchst, dann suche nicht nach dem Namen - suche nach der Analyse. Nach dem Hersteller. Nach der Transparenz. Und immer: Weniger ist mehr. Ein Milligramm THCP kann mehr als 100 Milligramm THC bewirken.

Ist THCP legal?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist THCP legal, solange es aus Hanf stammt und der Gesamt-THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. In den USA ist die Rechtslage uneinheitlich: In einigen Bundesstaaten ist es verboten, in anderen erlaubt. In Kanada ist THCP als kontrollierte Substanz eingestuft und damit illegal. Prüfe immer die Gesetze deines Landes, bevor du kaufst.

Kann THCP süchtig machen?

Es gibt keine klaren Studien, die THCP als süchtig machend nachweisen. Aber da es viel stärker an die CB1-Rezeptoren bindet als THC, besteht ein höheres Risiko für psychische Abhängigkeit, besonders bei häufiger Nutzung. Nutzer berichten von erhöhter Toleranz und schwereren Entzugserscheinungen als bei THC. Vorsicht ist geboten.

Wie unterscheidet sich THCP von HHC oder Delta-8?

THCP ist ein natürlicher Cannabinoid, der in der Pflanze vorkommt. HHC und Delta-8 sind synthetisch hergestellte Verbindungen, die aus CBD abgeleitet werden. Sie wirken ähnlich wie THC, aber nicht so stark wie THCP. THCP bindet 30-mal fester an die CB1-Rezeptoren als THC - HHC nur 1,5-mal. Das macht THCP einzigartig.

Woher kommen die THCP-Sorten?

Die meisten THCP-haltigen Sorten stammen aus Europa, besonders aus Italien, den Niederlanden und der Schweiz. Dort gibt es Forschungslabore, die gezielt nach Cannabinoid-Varianten suchen. Einige US-Züchter haben ebenfalls begonnen, THCP-reiche Linien zu entwickeln, aber sie sind selten und oft nicht legal.

Kann man THCP in CBD-Öl finden?

Nur, wenn das Öl aus einer THCP-reichen Pflanze hergestellt wurde. Die meisten CBD-Öle enthalten kein THCP. Wenn ein Produkt "mit THCP angereichert" ist, dann wurde synthetisches THCP hinzugefügt - das ist nicht natürlich. Suche nach Produkten, die die genaue Cannabinoid-Zusammensetzung angeben und eine COA vorweisen.