THCP ist kein gewöhnliches Cannabinoid. Es ist eine der stärksten psychoaktiven Verbindungen, die jemals aus dem Cannabis-Pflanzenextrakt isoliert wurden - und viele Menschen unterschätzen, wie stark es wirkt. Wenn du THCP ausprobierst, dann nicht, weil du es „ausprobieren“ willst. Du solltest es tun, weil du weißt, was du tust. Und das fängt mit der Dosis an.
Was ist THCP überhaupt?
THCP, kurz für Delta-9-Tetrahydrocannabiphorol ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das 2019 von italienischen Forschern entdeckt wurde und eine deutlich längere Seitenkette als THC aufweist, ist eine chemische Verwandte von THC, dem bekanntesten psychoaktiven Stoff im Cannabis. Aber während THC eine 5-Kohlenstoff-Seitenkette hat, hat THCP eine 7-Kohlenstoff-Seitenkette. Das klingt technisch - aber es hat eine einfache Folge: THCP bindet bis zu 30-mal stärker an die CB1-Rezeptoren im Gehirn als THC. Das bedeutet: Eine winzige Menge kann eine enorme Wirkung haben.
Studien an Mäusen zeigen, dass THCP bei Dosen von 0,3 mg/kg Körpergewicht starke sedative und analgetische Effekte hervorruft. Bei Menschen ist die Wirkung noch intensiver, weil unser Endocannabinoid-System empfindlicher reagiert. Es gibt keine offiziellen Dosierungsrichtlinien - aber es gibt genug Berichte von Nutzern, um klare Grenzen zu ziehen.
Wie viel THCP ist sicher?
Die Antwort ist einfach: Weniger als du denkst.
Für Anfänger ist eine Dosis von 0,1 bis 0,2 Milligramm völlig ausreichend. Ja, du hast richtig gelesen - nicht Gramm, nicht Milligramm, sondern Milligramm. Viele Produkte enthalten 10 mg, 25 mg oder sogar 50 mg THCP pro Einheit. Das ist kein Anfängerprodukt. Das ist ein Experiment mit hohem Risiko.
Ein Nutzer aus Berlin berichtete 2024, dass er nach der Einnahme von 2 mg THCP (in Form einer Gummibärchen) drei Stunden lang nicht mehr sprechen konnte, sich nicht mehr bewegen wollte und komplett aus dem Alltag ausgeschaltet war. Er hatte gedacht, „ein bisschen“ sei okay. Es war nicht „ein bisschen“.
Ein erfahrener Nutzer, der regelmäßig mit THC arbeitet, könnte mit 0,5 mg beginnen - aber nur, wenn er in einer sicheren Umgebung ist, mit jemandem zusammen, der aufpasst, und ohne Verpflichtungen für den ganzen Tag. Kein Führerschein, keine Kinderbetreuung, kein Job. THCP wirkt nicht wie ein normaler Trip. Es wirkt wie eine Umprogrammierung deiner Wahrnehmung.
Wie wird THCP eingenommen?
Die Wirkung hängt stark davon ab, wie du es konsumierst.
- Oral (Öle, Gummibärchen, Kapseln): Die Wirkung setzt nach 45 bis 90 Minuten ein, erreicht ihren Höhepunkt nach 2 bis 4 Stunden und hält bis zu 12 Stunden an. Hier ist die Dosis besonders schwer vorherzusagen - der Magen-Darm-Trakt verarbeitet THCP unterschiedlich bei jedem Menschen.
- Inhalation (Vape, Blüten): Die Wirkung tritt innerhalb von 5 bis 15 Minuten ein, ist nach 1 bis 2 Stunden am stärksten und klingt nach 4 bis 6 Stunden ab. Hier ist die Dosierung präziser - du kannst langsam hochgehen, indem du nur ein oder zwei Züge nimmst.
- Sublingual (unter die Zunge): Einige Öle sind dafür ausgelegt, unter die Zunge geträufelt zu werden. Die Wirkung setzt nach 15 bis 30 Minuten ein und hält 6 bis 8 Stunden an. Gute Alternative, wenn du die Wirkung kontrollieren willst, aber nicht inhalieren willst.
Wenn du THCP zum ersten Mal ausprobierst: Starte mit inhalierter Form. Du kannst leichter kontrollieren, wie viel du nimmst. Bei Oralverabreichung ist das Risiko einer Überdosis viel höher - und die Wirkung lässt sich nicht mehr stoppen, sobald du sie geschluckt hast.
Was passiert bei einer Überdosis?
Ein Todesfall durch THCP wurde bislang nicht dokumentiert - aber das bedeutet nicht, dass es ungefährlich ist.
Bei einer Überdosis kannst du folgende Symptome erleben:
- Starke Benommenheit oder Schwindel
- Unkontrollierbare Angst oder Paranoia
- Herzrasen oder erhöhter Blutdruck
- Übelkeit oder Erbrechen
- Verlust der Koordination, Stürze
- Zeitverzerrung - du fühlst dich, als wären 10 Minuten eine Stunde
Wenn jemand diese Symptome hat: Bleib bei ihm. Sprich ruhig. Gib ihm Wasser. Halte die Umgebung dunkel und ruhig. Kein Kaffee, kein Alkohol, keine neuen Reize. Die Wirkung lässt nach - aber sie kann sich anfühlen, als würde sie nie enden. Geduld ist der wichtigste Verbündete.
Was ist mit Toleranz und Abhängigkeit?
THCP ist nicht wie Alkohol - es führt nicht zu körperlicher Abhängigkeit im klassischen Sinne. Aber es kann psychologisch süchtig machen. Wenn du merkst, dass du immer mehr brauchst, um denselben Effekt zu erreichen, dann bist du auf dem Weg zur Toleranz. Und das ist gefährlich.
Ein Nutzer aus München, der drei Monate lang täglich 0,8 mg THCP konsumierte, berichtete, dass er nach drei Wochen keine Wirkung mehr spürte. Er verdoppelte die Dosis - dann erteilte er sich selbst eine dreiwöchige Pause. Danach war er wieder empfindlich. Das ist ein klares Zeichen: Dein Gehirn hat sich angepasst. Und das ist kein Zeichen von Stärke. Es ist ein Zeichen, dass du zu viel getan hast.
Regelmäßige Pausen sind nicht optional. Sie sind notwendig. Mindestens eine Woche ohne THCP alle vier Wochen - besser noch, zwei. Sonst verlierst du nicht nur die Wirkung. Du verlierst auch deine Kontrolle.
Wie findest du die richtige Dosis für dich?
Es gibt keine universelle Dosis. Aber es gibt eine sichere Methode, sie zu finden.
- Starte mit 0,1 mg - egal, ob du Öl, Vape oder Gummibärchen nimmst.
- Warte mindestens 90 Minuten - vor allem bei oraler Einnahme. Nicht nach 20 Minuten nachziehen.
- Beobachte deine Wirkung: Bist du entspannt? Oder verloren? Bist du still? Oder hast du Angst?
- Erhöhe nur, wenn nötig: Wenn nach 3 Stunden nichts passiert ist, kannst du 0,05 mg zusätzlich nehmen. Nie mehr als 0,2 mg am ersten Tag.
- Dokumentiere: Schreibe auf, was du genommen hast, wie du dich gefühlt hast, wie lange es gedauert hat. Das ist deine persönliche Map.
Die meisten Menschen brauchen nie mehr als 0,3 mg. Die meisten brauchen gar nicht so viel. Die meisten denken, sie brauchen mehr - weil sie es mit THC vergleichen. THCP ist kein stärkeres THC. Es ist etwas anderes. Und es verlangt Respekt.
Was du nicht tun solltest
- Nicht mit anderen Drogen kombinieren - besonders nicht mit Alkohol, Opioiden oder Benzodiazepinen. Die Kombination kann lebensgefährlich sein.
- Nicht fahren - auch nicht nach 6 Stunden. THCP kann die Reaktionszeit länger beeinträchtigen als Alkohol.
- Nicht allein konsumieren - besonders nicht bei der ersten Erfahrung.
- Nicht kaufen, ohne Labortests zu prüfen - viele Produkte enthalten nicht THCP, sondern andere, unbekannte Cannabinoide oder sogar synthetische Substanzen. Frag nach dem Zertifikat. Wenn der Anbieter es nicht hat: Lass es.
- Nicht glauben, dass „natürlich“ = sicher ist - THCP ist natürlich, aber das bedeutet nicht, dass es harmlos ist. Ein Gift ist auch natürlich, wenn es aus einer Pflanze kommt.
Woher weißt du, ob du THCP wirklich brauchst?
Wenn du nach einer intensiveren Erfahrung suchst, weil THC dir nicht mehr reicht - dann bist du auf dem falschen Weg. THCP ist kein Upgrade. Es ist eine andere Welt. Und die meisten Menschen, die sie betreten, wollen nur zurück.
Es gibt bessere Wege, deine Erfahrung mit Cannabis zu vertiefen: Höhere CBD-Anteile, verschiedene Terpene, Mikrodosierung, Meditation, bewusste Konsumformen. THCP ist kein Werkzeug für Selbstverbesserung. Es ist ein Schlüssel zu einem Raum, den du nicht kontrollieren kannst.
Wenn du es trotzdem probierst - dann tu es mit klarem Kopf, mit Respekt, mit einer winzigen Dosis und mit jemandem, der bei dir bleibt. Nicht weil du es „ausprobieren“ willst. Sondern weil du verstehst, was du tust.
Ist THCP legal in Deutschland?
THCP ist in Deutschland rechtlich in einer Grauzone. Es ist kein Cannabis-Blüte, aber es ist ein Cannabinoid, das aus Hanf gewonnen wird. Solange es unter 0,2 % THC enthält und nicht als „drogenähnlich“ eingestuft ist, ist der Verkauf nicht explizit verboten. Aber die Polizei kann es als „nicht zugelassene Substanz“ beschlagnahmen. Der Besitz ist riskant - und die Rechtslage ändert sich schnell.
Wie lange bleibt THCP im Körper?
THCP wird ähnlich wie THC im Fettgewebe gespeichert. Es kann bis zu 30 Tage nachweisbar sein, besonders bei regelmäßiger Einnahme. Ein einmaliger Konsum von 0,2 mg ist in der Regel nach 7 bis 14 Tagen nicht mehr im Urin nachweisbar - aber bei empfindlichen Tests (z. B. bei Arbeitsplatzkontrollen) kann es länger bleiben. Wenn du einen Drug-Test erwarten musst, dann lass THCP ganz.
Kann man THCP mit CBD kombinieren?
Ja, und das ist oft eine kluge Wahl. CBD kann die psychoaktive Wirkung von THCP abmildern, Angst reduzieren und die Dauer verkürzen. Ein Verhältnis von 1:1 oder 1:2 (THCP:CBD) ist für Anfänger empfehlenswert. Viele Produkte enthalten bereits diese Mischung - achte darauf, dass die Mengen genau angegeben sind.
Ist THCP gefährlicher als THC?
Nicht unbedingt gefährlicher - aber viel stärker. Die Gefahr liegt nicht in der Chemie, sondern in der Unkenntnis. Viele Menschen nehmen THCP wie THC - und das ist ein Fehler. Eine Dosis von 5 mg THC ist stark. Eine Dosis von 0,5 mg THCP ist extrem stark. Wer das nicht versteht, läuft Gefahr, eine Überdosis zu erleiden - mit psychischen und körperlichen Folgen.
Wo kann man vertrauenswürdige THCP-Produkte kaufen?
Vertrauenswürdige Anbieter geben immer ein Zertifikat der unabhängigen Labortests (COA) heraus - mit Angaben zu THCP-Gehalt, THC-Gehalt, Schwermetallen, Pestiziden und Lösungsmittelrückständen. Suche nach Anbietern, die aus der EU stammen, transparente Herstellung beschreiben und keine „geheimen Formeln“ verkaufen. Wenn ein Produkt „99 % rein“ verspricht - das ist ein Warnsignal. THCP ist schwer zu isolieren. Reine Produkte sind selten und teuer.