Gesundheit & Wellness

Was ist THCV im Vergleich zu CBD? Die wichtigsten Unterschiede erklärt

Lukas Bohm

Lukas Bohm

Was ist THCV im Vergleich zu CBD? Die wichtigsten Unterschiede erklärt

Stell dir vor, du hast zwei verschiedene Schlüssel für dieselbe Tür. Beide öffnen sie - aber einer lässt dich in einen ruhigen Garten, der andere in eine Energie-Wellen-Bahn. Das ist der Unterschied zwischen THCV und CBD. Beide kommen aus derselben Pflanze, Cannabis, aber sie wirken völlig anders auf deinen Körper. Und während CBD inzwischen in jeder Apotheke zu finden ist, bleibt THCV weitgehend unbekannt - obwohl es potenziell noch interessantere Effekte hat.

Was ist THCV?

THCV, kurz für Tetrahydrocannabivarin, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das in geringen Mengen in bestimmten Cannabis-Sorten vorkommt. Im Gegensatz zu THC, dem bekanntesten berauschenden Stoff, wirkt THCV nur in hohen Dosen psychoaktiv - und selbst dann anders. Es blockiert manchmal die Wirkung von THC, als würde es dessen Signal abfangen. Das macht es zu einem der seltsamsten Moleküle in der Cannabis-Welt: ein Cannabinoid, das je nach Dosis entweder nichts tut, oder genau das Gegenteil von THC bewirkt.

THCV kommt vor allem in afrikanischen Sativa-Sorten wie Durban Poison vor. In diesen Pflanzen kann es bis zu 15 % des gesamten Cannabinoid-Gehalts ausmachen. In europäischen oder nordamerikanischen Sorten ist es dagegen fast nur als Spurenelement zu finden. Das erklärt, warum es bis vor wenigen Jahren fast niemand kannte - es war einfach nicht verfügbar.

Was ist CBD?

CBD, oder Cannabidiol, ist das zweitwichtigste Cannabinoid nach THC. Es ist nicht berauschend, nicht süchtig machend, und es hat sich in den letzten zehn Jahren als eine der vielversprechendsten Substanzen in der pflanzlichen Medizin etabliert. CBD wirkt auf das Endocannabinoid-System, das für Balance im Körper zuständig ist - also für Schlaf, Stimmung, Schmerzwahrnehmung und Entzündungen.

Im Gegensatz zu THC bindet CBD nicht direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn. Stattdessen moduliert es die Aktivität anderer Moleküle, senkt Entzündungen, reduziert Angst und kann sogar Krampfanfälle lindern. Das ist der Grund, warum es bei Epilepsie, chronischen Schmerzen und Angststörungen eingesetzt wird. Es ist das Cannabinoid, das Ärzte und Patienten seit Jahren vertrauen - weil es keine Rauschwirkung hat, aber viele positive Effekte zeigt.

THCV vs CBD: Wie unterscheiden sich die Wirkungen?

Beide wirken nicht berauschend - aber das ist fast der einzige Punkt, an dem sie sich ähneln.

  • THCV kann den Appetit unterdrücken - Studien zeigen, dass es bei Übergewichtigen die Hungergefühle reduziert. Es wirkt wie ein natürlicher Appetitzügler.
  • CBD hat keinen Einfluss auf den Appetit. Es kann sogar bei manchen Menschen den Appetit leicht anregen, besonders wenn es gegen Übelkeit hilft.
  • THCV könnte die Insulinempfindlichkeit verbessern. Eine Studie aus dem Jahr 2016 an Diabetikern zeigte, dass THCV den Blutzuckerspiegel senkte und die Bauchspeicheldrüse entlastete.
  • CBD senkt den Blutzuckerspiegel nicht direkt, aber es reduziert Entzündungen, die oft mit Diabetes einhergehen.
  • THCV wirkt stimulierend - viele Nutzer berichten von mehr Energie, klarerem Denken und erhöhter Konzentration.
  • CBD wirkt beruhigend - es hilft bei Angst, Schlafstörungen und überaktiven Nerven.

Das bedeutet: Wenn du morgens einen klaren Kopf brauchst, ohne dich aufgedreht zu fühlen, könnte THCV eine Option sein. Wenn du abends abschalten willst, ist CBD die bessere Wahl.

Zwei durchscheinende Körper, einer von beruhigendem Grün, der andere von klaren weißen Pulsen umgeben.

THCV und CBD: Welche Anwendungen haben sie?

THCV ist noch in der Forschungsphase - aber die Ergebnisse sind vielversprechend.

  • Abnehmen: THCV unterdrückt den Hunger und könnte helfen, Kalorienzufuhr zu reduzieren - ohne die typischen Nebenwirkungen von Diätpillen.
  • Typ-2-Diabetes: Eine klinische Studie mit 62 Teilnehmern zeigte, dass THCV die Insulinempfindlichkeit verbesserte und den HbA1c-Wert senkte - ein wichtiger Marker für langfristige Blutzuckerregulation.
  • Parkinson: Tierstudien deuten darauf hin, dass THCV die Bewegungskoordination verbessern könnte. Menschen mit Parkinson berichten von weniger Zittern, wenn sie THCV einnehmen.

CBD hingegen hat bereits breite klinische Anwendungen:

  • Epilepsie: Das Medikament Epidiolex, das rein aus CBD besteht, ist in Deutschland und den USA zugelassen - für Kinder mit schweren Formen von Epilepsie.
  • Angst und Depression: Eine Metaanalyse von 2023 zeigte, dass CBD bei generalisierter Angststörung die Symptome signifikant reduzierte - vergleichbar mit Wirkstoffen wie Sertralin, aber ohne die typischen Nebenwirkungen.
  • Chronische Schmerzen: CBD wird bei Arthritis, Multipler Sklerose und Neuropathien eingesetzt, weil es Entzündungen hemmt und die Schmerzsignale im Nervensystem dämpft.

THCV vs CBD: Welche ist sicherer?

Beide Substanzen sind extrem sicher. Es gibt keine bekannten Todesfälle durch Überdosierung von CBD oder THCV. Beide sind nicht süchtig machend und haben kaum Nebenwirkungen.

Bei CBD: Manchmal kommt es zu leichter Müdigkeit, trockenem Mund oder Magenverstimmung - besonders bei hohen Dosen. Diese Effekte verschwinden, wenn man die Dosis reduziert.

Bei THCV: Die größte Sorge ist die psychoaktive Wirkung - aber nur bei Dosen über 10-15 mg. In der Regel wird THCV in Dosen von 2-5 mg eingenommen, wo es völlig nicht berauschend ist. Es ist wichtig, auf die Reinheit des Produkts zu achten. Einige Anbieter mischen THCV mit THC, um es billiger zu machen. Das ist riskant - und illegal in Deutschland.

Ein Uhrzeiger teilt sich: eine Seite zeigt Entspannung, die andere Energie und Bewegung bei Sonnenaufgang.

Wo bekommt man THCV und CBD?

CBD ist in Deutschland legal, solange es weniger als 0,2 % THC enthält. Du findest es als Öl, Kapseln, Gummibärchen, Cremes - und sogar als Tee.

THCV ist legal, solange es aus Hanf stammt und der Gesamt-THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Aber: Es ist extrem schwer zu finden. Die meisten Anbieter verkaufen CBD-Öle, die nur Spuren von THCV enthalten. Reine THCV-Produkte gibt es nur bei spezialisierten Laboren oder aus Südafrika importiert - und sie sind teuer. Ein Gramm reines THCV-Öl kostet bis zu 200 Euro.

Wenn du THCV ausprobieren willst, suche nach Produkten mit klaren Zertifikaten (COA - Certificate of Analysis). Die sollten genau angeben, wie viel THCV, CBD und THC enthalten ist. Kein Verkäufer sollte sagen: „Enthält natürliche Cannabinoide“ - das ist ein Hinweis auf unklare Zusammensetzung.

Was ist besser: THCV oder CBD?

Es gibt keine einheitliche Antwort. Es hängt davon ab, was du willst.

  • Wähle CBD, wenn du Entspannung, besseren Schlaf, weniger Angst oder Schmerzlinderung suchst. Es ist bewährt, leicht verfügbar und gut erforscht.
  • Wähle THCV, wenn du abnehmen willst, deine Insulinempfindlichkeit verbessern möchtest oder mehr Energie und Klarheit brauchst - ohne Koffein oder Stimulanzien.

Manche Menschen kombinieren beide - ein paar Tropfen CBD abends, ein paar Tropfen THCV morgens. Das nennt man „Cannabinoid-Stacking“. Es ist eine neue, aber zunehmend populäre Methode, die von Nutzern mit Erfolg getestet wird.

Was kommt als Nächstes?

THCV ist noch ein Geheimtipp - aber das ändert sich schnell. In den USA und Kanada gibt es bereits Produkte mit isoliertem THCV. In Europa wird die Forschung vorangetrieben. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat THCV als potenziellen Wirkstoff für Diabetes und Fettleibigkeit auf die Beobachtungsliste gesetzt.

Wenn du auf der Suche nach neuen Wegen bist, um deine Gesundheit zu verbessern - ohne Medikamente - ist THCV eine der spannendsten Entwicklungen der letzten Jahre. Es ist nicht das nächste CBD. Es ist etwas anderes. Etwas, das noch nicht massentauglich ist - aber vielleicht bald sein wird.

Ist THCV legal in Deutschland?

Ja, THCV ist in Deutschland legal, solange es aus Hanf mit einem Gesamt-THC-Gehalt von unter 0,2 % stammt. Es darf nicht aus berauschendem Cannabis gewonnen werden. Produkte mit höherem THC sind illegal - auch wenn sie als „THCV-Öl“ verkauft werden.

Kann THCV psychoaktiv sein?

Ja, aber nur bei hohen Dosen - meist über 10-15 mg auf einmal. In niedrigen Dosen (2-5 mg) wirkt THCV nicht berauschend, sondern eher anregend und klarheitfördernd. Es blockiert sogar die Wirkung von THC, wenn beide zusammen eingenommen werden.

Hilft THCV beim Abnehmen?

Ja, Studien zeigen, dass THCV den Appetit reduziert und den Stoffwechsel anregt. Es wirkt als natürlicher Appetitzügler und verbessert die Insulinempfindlichkeit - beides hilft beim Gewichtsverlust, besonders bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Wo kann man reines THCV kaufen?

Reines THCV ist schwer zu finden. Es wird hauptsächlich von spezialisierten Laboren in den USA, den Niederlanden oder Südafrika angeboten. Achte auf einen COA (Certificate of Analysis), der die genaue Zusammensetzung angibt. Vermeide Produkte, die nur „natürliche Cannabinoide“ nennen - das ist oft ein Täuschungsversuch.

Kann man THCV und CBD zusammennehmen?

Ja, viele Nutzer kombinieren beide - z. B. morgens THCV für Energie und Klarheit, abends CBD für Entspannung und Schlaf. Diese Kombination nennt man „Cannabinoid-Stacking“. Es ist sicher und wird zunehmend in der Praxis eingesetzt.