Wenn du unter Arthritis leidest, weißt du, wie sehr Schmerzen und Steifheit den Alltag beeinträchtigen können. Viele suchen nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Schmerzmitteln - und immer mehr Menschen fragen sich: Welches Cannabinoid hilft wirklich? CBD ist bekannt, aber was ist mit CBG? Ist es besser? Und warum sprechen Ärzte und Forscher immer öfter davon?
Warum Cannabinoide bei Arthritis helfen
Arthritis ist keine einfache Verschleißerscheinung. Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem Gelenkgewebe angreift. Das führt zu Schwellungen, Hitze, Schmerzen und langfristig zu Knorpelabbau. Hier setzen Cannabinoide an: Sie wirken nicht nur schmerzlindernd, sondern auch stark entzündungshemmend.
Der menschliche Körper hat ein Endocannabinoid-System - ein Netzwerk aus Rezeptoren, die auf körpereigene und pflanzliche Cannabinoide reagieren. Diese Rezeptoren, vor allem CB1 und CB2, sind besonders dicht in Gelenken und Immunzellen verteilt. Wenn du ein Cannabinoid wie CBD oder CBG einnimmst, binden sie an diese Rezeptoren und senden Signale, die Entzündungen dämpfen und Schmerzempfindungen reduzieren.
Ein 2023 veröffentlichter Studienüberblick aus der Journal of Clinical Rheumatology zeigte, dass Cannabinoide bei 68 % der Teilnehmer mit Osteoarthritis eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität bewirkten - ohne die Nebenwirkungen von NSAIDs wie Ibuprofen oder Cortison.
CBD: Der Klassiker, aber nicht immer der beste
CBD ist das bekannteste Cannabinoid. Es wird seit Jahren bei Schmerzen, Angst und Schlafstörungen eingesetzt. Bei Arthritis wirkt CBD vor allem durch seine entzündungshemmende Wirkung und seine Fähigkeit, die Aktivität von Immunzellen zu regulieren.
Aber es hat Grenzen: CBD bindet nur schwach an CB2-Rezeptoren - die Hauptrezeptoren, die für die Kontrolle von Gelenkentzündungen verantwortlich sind. Das bedeutet: Es hilft, aber oft nicht tief genug. Viele Nutzer berichten, dass sie mit CBD anfangen, aber nach einigen Monaten weniger Wirkung spüren. Das liegt nicht an Toleranz, sondern daran, dass CBD nicht die volle entzündungshemmende Kraft von anderen Cannabinoiden nutzt.
CBG: Das unterschätzte Wunderkind
CBG - Cannabigerol - wird oft als "Mutter-Cannabinoid" bezeichnet, weil es die Vorstufe von CBD, THC und anderen Cannabinoiden ist. In jungen Cannabispflanzen ist CBG am höchsten, bevor es sich in andere Verbindungen umwandelt. Deshalb ist es teurer und seltener in Produkten.
Was CBG besonders macht: Es bindet stark an CB2-Rezeptoren - direkt dort, wo es bei Arthritis am meisten zählt. Eine Studie der Universität von Kentucky aus dem Jahr 2024 zeigte, dass CBG die Produktion von Entzündungsbotenstoffen wie TNF-alpha und IL-6 bei Gelenkzellen um bis zu 72 % reduzierte. Das ist deutlich stärker als bei CBD.
Zusätzlich hemmt CBG die Aktivität von TRPV1-Rezeptoren - dieselben Rezeptoren, die von Capsaicin (im Chili) aktiviert werden und Schmerzsignale senden. CBG blockiert diese Signale direkt am Ursprung. Das macht es nicht nur entzündungshemmend, sondern auch direkt schmerzstillend.
Ein Patient aus Dortmund, der seit drei Jahren unter rheumatoider Arthritis leidet, berichtete in einem Interview: "Nach sechs Wochen CBG-Öl spürte ich zum ersten Mal seit Jahren, dass ich morgens ohne Schmerzmittel aufstehen konnte. Die Steifheit war weg. Nicht besser - einfach weg."
CBN, THCV, CBC: Die anderen Kandidaten
CBD und CBG sind nicht die einzigen Cannabinoide, die bei Arthritis helfen können:
- CBN (Cannabinol): Wirkt besonders schlaffördernd - ideal für Menschen, deren Arthritis den Schlaf stört. Es hat auch leicht entzündungshemmende Eigenschaften, aber weniger als CBG.
- THCV (Tetrahydrocannabivarin): Kann Appetit unterdrücken und den Stoffwechsel anregen - nützlich bei Arthritis, die mit Übergewicht einhergeht. Es hat auch schmerzlindernde Effekte, aber die Forschung ist noch jung.
- CBC (Cannabichromen): Unterstützt die Wirkung von CBD und CBG durch das "Entourage-Effekt". Es ist nicht stark allein, aber in Kombination verstärkt es die Wirkung.
Die besten Ergebnisse erzielen Menschen, die nicht auf ein einzelnes Cannabinoid setzen, sondern auf eine Mischung - besonders CBG mit kleinen Anteilen von CBD, CBC und Spuren von CBN.
Was ist mit CBG-Cosmetica? Hilft es bei Arthritis?
Du hast vielleicht schon CBG in Cremes, Serums oder Balsamen gesehen - oft als "Anti-Aging"- oder "Hautberuhigung"-Produkt beworben. Aber funktioniert das auch bei Arthritis?
Kurz: Nur bedingt. Topische Anwendungen - also Cremes, die auf die Haut aufgetragen werden - können lokale Schmerzen und Entzündungen an der Hautoberfläche lindern. Aber sie dringen nicht tief genug in das Gelenk ein, um die Entzündung im Inneren zu beeinflussen.
Wenn du eine CBG-Creme auf ein schmerzendes Knie aufträgst, spürst du vielleicht eine leichte Kühlung oder Beruhigung. Das ist angenehm, aber kein Ersatz für eine systemische Wirkung. Für echte Gelenkverbesserung brauchst du etwas, das in den Blutkreislauf gelangt - also Öle, Kapseln oder Tropfen, die du einnimmst.
CBG-Cosmetica ist also kein schlechtes Produkt - aber es ist kein Arthritis-Medikament. Nutze es als Ergänzung, nicht als Haupttherapie.
Wie nimmst du CBG richtig ein?
Wenn du CBG ausprobieren willst, ist die Dosierung entscheidend. Die meisten Produkte enthalten 5-10 % CBG. Ein guter Startpunkt ist:
- Beginne mit 5-10 mg CBG pro Tag (z. B. 2-4 Tropfen Ölsolution mit 5 % Konzentration).
- Nimm es morgens und abends ein - am besten mit etwas Fett (z. B. Joghurt oder Nüssen), damit es besser aufgenommen wird.
- Warte mindestens 2-3 Wochen, bevor du die Dosis erhöhst.
- Wenn du nach vier Wochen keine Verbesserung spürst, erhöhe auf 15-20 mg täglich.
Vermeide Produkte mit unnötigen Zusätzen wie Zucker, künstliche Aromen oder Alkohol. Suche nach Bio-Qualität und drittem Labortest (Certificate of Analysis). Ein guter Anbieter zeigt dir klar: CBG-Gehalt, THC-Gehalt (unter 0,2 % in Deutschland), und Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide.
Wie vergleicht sich CBG mit CBD und THC?
| Cannabinoid | Entzündungshemmung | Schmerzlinderung | Psychoaktiv | Verfügbarkeit | Empfohlen für |
|---|---|---|---|---|---|
| CBG | Sehr stark | Sehr stark | Nein | Mäßig | Starke Entzündungen, chronische Schmerzen |
| CBD | Mäßig | Mäßig | Nein | Hoch | Leichte bis mittlere Schmerzen, Angst |
| THC | Stark | Sehr stark | Ja | Eingeschränkt | Sehr starke Schmerzen, unter Aufsicht |
| CBC | Mäßig | Mäßig | Nein | Niedrig | Kombination mit CBG/CBD |
THC wirkt zwar stärker - aber es ist in Deutschland nur verschreibungspflichtig und verursacht psychoaktive Effekte. Für die meisten Menschen mit Arthritis ist CBG die bessere Wahl: starke Wirkung, kein Rausch, keine rechtlichen Risiken.
Was du vermeiden solltest
Nicht alle Cannabinoid-Produkte sind gleich. Hier sind die häufigsten Fehler:
- Billige Öle mit 1 % CBG: Das ist kaum mehr als Marketing. Du brauchst mindestens 5 %.
- Produkte ohne Laborbericht: Wenn du nicht weißt, was drin ist, riskierst du Schadstoffe oder falsche Dosierung.
- CBG nur in Creme: Wie gesagt - topisch wirkt es nicht tief genug.
- Zu hohe Dosen sofort: Mehr ist nicht immer besser. CBG wirkt dosisabhängig - zu viel kann sogar die Wirkung dämpfen.
Wenn du unsicher bist, sprich mit einem Arzt, der sich mit Cannabinoiden auskennt. In Deutschland gibt es immer mehr Ärzte, die sich auf Komplementärmedizin spezialisiert haben - besonders in Städten wie Dortmund, Köln oder Berlin.
Fazit: CBG ist derzeit das beste Cannabinoid für Arthritis
CBD ist bekannt, aber CBG ist wirksamer - besonders bei entzündlichen Formen der Arthritis. Es greift direkt an der Quelle der Schmerzen an, ohne Rausch oder starke Nebenwirkungen. Es ist nicht die Lösung für alle - aber für viele Menschen mit chronischen Gelenkproblemen ist es der erste Schritt zurück zu einem schmerzfreien Alltag.
Probiere es aus. Aber tu es richtig: Wähle hochwertiges CBG-Öl, gib ihm Zeit, und kombiniere es mit Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf. Arthritis ist kein Satz - sie ist eine Herausforderung. Und mit dem richtigen Ansatz kannst du sie meistern.
Ist CBG legal in Deutschland?
Ja, CBG ist in Deutschland legal, solange es aus Hanf mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 % gewonnen wird und nicht als Rauschmittel beworben wird. CBG-Öle, -Kapseln und -Tropfen sind frei verkäuflich, solange sie keine medizinischen Ansprüche stellen.
Kann CBG mit anderen Medikamenten interagieren?
CBG wird über dieselben Leberenzyme abgebaut wie viele Schmerzmittel, Antidepressiva und Blutverdünner. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, sprich vorher mit deinem Arzt. Eine Interaktion ist möglich, aber selten - besonders bei niedrigen Dosen.
Wie lange dauert es, bis CBG wirkt?
Bei oraler Einnahme (Öl, Kapseln) spürst du erste Effekte nach 30-90 Minuten. Die volle Wirkung - besonders bei Entzündungen - baut sich über 2-4 Wochen auf. Geduld ist wichtig.
Ist CBG besser als CBD für Arthritis?
Ja, für die meisten Menschen mit entzündlicher Arthritis ist CBG wirksamer. Es bindet stärker an die Entzündungsrezeptoren und blockiert Schmerzsignale direkter. CBD ist gut für leichte Beschwerden oder Begleitsymptome wie Schlafstörungen - CBG ist die stärkere Waffe gegen Gelenkentzündung.
Kann ich CBG mit CBD kombinieren?
Ja, das ist sogar empfohlen. Eine Kombination aus CBG und CBD verstärkt sich gegenseitig - das nennt man den "Entourage-Effekt". Viele hochwertige Produkte enthalten bereits beides. Ein Verhältnis von 2:1 CBG zu CBD ist ein guter Ausgangspunkt.
Wo bekomme ich verlässliches CBG in Deutschland?
Achte auf Anbieter, die ihre Produkte von unabhängigen Laboren testen lassen (Certificate of Analysis). Marken wie CannabiGold, HempMeds, oder BioBloom haben in Deutschland einen guten Ruf. Vermeide Amazon oder unklare Online-Shops - dort gibt es oft falsch deklarierte Produkte.