HHC ist kein klassisches Medikament, kein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und auch kein Alkohol. Es ist ein synthetisch verändertes Cannabinoid - ein Molekül, das auf der chemischen Struktur von THC basiert, aber durch eine einfache Umwandlung entsteht: die Hydrierung. Das bedeutet, dass Wasserstoffatome an die Doppelbindungen im THC-Molekül angefügt werden. Das Ergebnis ist Hexahydrocannabinol, kurz HHC. Es ist kein natürlich vorkommendes Cannabinoid wie THC oder CBD, sondern ein Halbsyntheseprodukt, das in geringen Mengen in der Hanfpflanze vorkommt, aber hauptsächlich im Labor hergestellt wird.
Wie wirkt HHC im Körper?
HHC bindet an die CB1-Rezeptoren im Gehirn - genau wie THC. Das ist der Grund, warum viele Nutzer ähnliche Effekte berichten: leichte Euphorie, Entspannung, veränderte Wahrnehmung von Zeit und Raum, manchmal auch Appetitanregung. Aber es gibt Unterschiede. Studien aus dem Jahr 2023 zeigen, dass HHC etwa 70 bis 80 % der psychoaktiven Stärke von Delta-9-THC hat. Das bedeutet: Eine ähnliche Dosis HHC führt zu einem milderem Hoch. Wer THC gut verträgt, wird HHC oft als sanfter, klarer und weniger ängstlich empfinden. Wer THC schlecht verträgt, könnte HHC als günstigere Alternative finden.
Ein weiterer Faktor ist die Haltbarkeit. Während THC mit der Zeit abbaut und seine Wirkung verliert, ist HHC chemisch stabiler. Es hält sich länger, ohne zu oxidieren. Das macht es für Hersteller attraktiv - und für Nutzer, die lange lagern wollen.
Unterschied zwischen HHC und THC: Was wirklich zählt
Viele Menschen denken, HHC sei einfach „THC-light“. Das ist zu vereinfacht. Die chemische Struktur ist anders. THC hat eine Doppelbindung an der 9. Kohlenstoffstelle. HHC hat diese Doppelbindung gesättigt - sie ist mit Wasserstoffatomen verknüpft. Das verändert nicht nur die Stabilität, sondern auch, wie das Molekül an die Rezeptoren im Körper andockt.
Einige Nutzer berichten, dass HHC weniger zu Paranoia oder Herzrasen führt als THC. Das könnte daran liegen, dass HHC nicht nur an CB1, sondern auch leicht an CB2-Rezeptoren bindet - die hauptsächlich im Immunsystem sitzen. Das könnte erklären, warum manche Menschen nach HHC-Konsum weniger körperliche Unruhe verspüren.
Ein weiterer Punkt: HHC kommt in zwei Formen vor - 9R-HHC und 9S-HHC. Nur die 9R-Variante bindet stark an CB1-Rezeptoren und wirkt psychoaktiv. Die 9S-Variante ist nahezu wirkungslos. In vielen Produkten ist ein Gemisch aus beiden enthalten. Das macht die Wirkung unvorhersehbar. Ein Produkt mit 60 % 9R-HHC wirkt anders als eines mit 30 %.
Rechtlicher Status: Wo ist HHC legal?
Das ist der größte Knackpunkt. In Deutschland ist HHC nicht explizit in den Betäubungsmittelgesetzen aufgeführt. Es gilt nicht als THC, und es ist kein CBD. Deshalb wird es oft als „legaler High“ vermarktet. Aber das ist eine graue Zone. Die Bundesopiumstelle hat im Jahr 2024 klargestellt: Wenn ein Produkt HHC enthält und psychoaktiv wirkt, kann es als „neue psychoaktive Substanz“ eingestuft werden - und damit unter das NpSG fallen. Das bedeutet: Der Verkauf ist illegal, wenn es als Rauschmittel vermarktet wird.
In der Schweiz ist HHC seit 2023 explizit verboten. In den USA ist es je nach Bundesstaat erlaubt oder verboten. In einigen Bundesländern wurde es als „Marihuana-ähnlich“ eingestuft. In anderen bleibt es legal - solange es aus Hanf mit weniger als 0,3 % THC stammt. Das führt zu einem wilden Wildwest-Markt, bei dem viele Produkte nicht getestet werden.
Was ist mit Sicherheit und Qualität?
Die meisten HHC-Produkte - Öle, Gummibärchen, Dampfpatronen - werden in China oder in unsicheren Laboren hergestellt. Es gibt kaum Kontrollen. Ein Test der Deutschen Gesellschaft für Toxikologie aus dem Jahr 2025 fand in 4 von 10 HHC-Produkten Schwermetalle, Lösungsmittelrückstände oder sogar unerwartete synthetische Cannabinoide wie Delta-8-THC oder THCP. Kein Hersteller gibt offen an, welche Isomere enthalten sind. Kein Label nennt die Reinheit.
Wenn du HHC ausprobierst, frage nach: Ist das Produkt von einem unabhängigen Labor getestet worden? Gibt es einen Zertifikat mit der genauen Zusammensetzung? Oder ist es einfach ein „HHC-Öl“ ohne Angaben? Die Antwort auf diese Fragen entscheidet, ob du ein Risiko eingehst - oder nicht.
Wann ist HHC kein „sicherer Ersatz“?
HHC ist kein sicheres Medikament. Es ist kein Nahrungsergänzungsmittel. Es ist ein psychoaktiver Stoff - und das sollte man nicht unterschätzen. Wer unter Angststörungen, Psychosen oder Herzproblemen leidet, sollte HHC meiden. Wer schwanger ist, stillt oder unter 18 ist, sollte es nicht nehmen. Und wer Medikamente nimmt - besonders antidepressive, blutdrucksenkende oder beruhigende - sollte vorher mit einem Arzt sprechen. HHC kann die Wirkung von Medikamenten verändern, weil es über das gleiche Enzymsystem (CYP3A4) abgebaut wird wie viele Tabletten.
Ein Fallbericht aus dem Hamburger Krankenhaus aus dem Jahr 2025 beschreibt einen 22-Jährigen, der HHC-Dampf verwendet hat und nach 3 Tagen starke Übelkeit, Schwindel und einen erhöhten Puls entwickelte. Kein THC, kein Alkohol - nur HHC. Die Ärzte konnten keine andere Ursache finden.
Was kommt als Nächstes?
Die Wissenschaft arbeitet an HHC-Abkömmlingen wie H4C, H10C oder HHC-O-Acetat. Diese sind noch stärker und noch weniger erforscht. Die Regulierung hinkt hinterher. In der EU wird diskutiert, ob alle synthetischen Cannabinoide generell verboten werden sollen - unabhängig von ihrer Herkunft.
Was bleibt, ist diese einfache Wahrheit: HHC ist kein Wundermittel. Es ist kein harmloser High. Es ist ein chemisch verändertes Cannabinoid mit unklaren langfristigen Auswirkungen. Wer es nutzt, tut das auf eigene Verantwortung - und sollte sich bewusst sein, dass er ein Produkt konsumiert, das weder reguliert noch sicher getestet ist.
Ist HHC legal in Deutschland?
HHC ist in Deutschland nicht explizit verboten, aber es fällt unter das Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz (NpSG), wenn es als Rauschmittel vermarktet wird. Der Verkauf ist daher rechtlich unsicher und kann als illegal eingestuft werden. Die Behörden prüfen Einzelfälle und verfolgen Hersteller, die HHC als „legalen High“ anbieten.
Ist HHC gefährlicher als THC?
HHC ist in der Wirkung milder als THC, aber nicht sicherer. Da es oft unkontrolliert hergestellt wird, enthält es oft Schadstoffe oder unerwartete Chemikalien. Die langfristigen Auswirkungen sind unbekannt. THC ist zwar stärker, aber besser erforscht. HHC birgt daher ein anderes Risiko - nicht das der Intensität, sondern der Unvorhersehbarkeit.
Kann man HHC in einem Drogentest nachweisen?
Standard-Drogentests suchen nach THC-Metaboliten. HHC wird nicht direkt erkannt. Aber einige Metaboliten von HHC können ähnlich wie THC-Metaboliten aussehen - und zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Wer einen Drogentest für Arbeit oder Sport machen muss, sollte HHC meiden. Es gibt keine Garantie, dass es nicht auffällt.
Wie lange hält die Wirkung von HHC an?
Die Wirkung von HHC hält je nach Einnahmeweg 2 bis 6 Stunden an. Beim Inhalieren wirkt es schneller (10-20 Minuten), beim Essen langsamer (60-90 Minuten). Die Wirkdauer ist ähnlich wie bei THC, aber oft sanfter und mit weniger Abklingen in Form von „Crash“.
Gibt es medizinische Anwendungen für HHC?
Bislang gibt es keine zugelassenen medizinischen Anwendungen für HHC. Es wurde in einigen Tierversuchen auf Schmerzlinderung und entzündungshemmende Wirkung getestet, aber keine klinischen Studien am Menschen wurden abgeschlossen. HHC ist kein Medikament und sollte nicht als solches verwendet werden.