Stell dir vor: Du hast einen langen Tag hinter dir, die Schultern sind verspannt, der Kopf summt. Stattdessen wie immer ein Bier zu öffnen, greifst du stattdessen zu einer CBD-Getränkedose. Kein Rausch, kein Kater - nur Ruhe. Aber ist das wirklich wirksam? Oder ist CBD-Getränk nur ein teurer Trend, der sich gut anhört, aber kaum etwas bringt?
Was ist CBD eigentlich in Getränken?
CBD, oder Cannabidiol, ist eine natürliche Verbindung aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC macht es nicht high. Es wirkt beruhigend, entzündungshemmend und kann helfen, Stress und Schlafstörungen zu lindern. In Getränken wie CBD-Bier, Limonaden oder Energy Drinks wird es meist als Öl oder Wasserlösliche Formulierung beigemischt. Die Idee: Genieße etwas Erfrischendes, während dein Körper sanft entspannt.
Im Jahr 2026 ist CBD in Deutschland legal - solange der THC-Gehalt unter 0,2 % bleibt. Das gilt auch für Getränke. Doch hier kommt der Haken: Nicht alle Produkte sind gleich. Einige enthalten nur winzige Mengen - unter 5 mg pro Flasche - und das reicht kaum für eine spürbare Wirkung. Andere haben 20-30 mg. Das ist der Bereich, in dem Menschen tatsächlich Effekte bemerken.
Wie wirkt CBD im Körper, wenn man es trinkt?
Wenn du CBD rauchst oder als Tropfen einnimmst, kommt es schnell ins Blut. Beim Trinken ist es anders. Der Stoff muss erst durch den Magen und die Leber, bevor er wirkt. Das bedeutet: Es dauert länger - oft 45 bis 90 Minuten - bis du etwas spürst. Und die Wirkung hält länger an, manchmal bis zu 6-8 Stunden.
Studien aus der Universität Heidelberg (2024) zeigen, dass CBD-Getränke mit einer bioverfügbaren Formulierung - also Wasserlösliches CBD - deutlich besser aufgenommen werden als herkömmliche Öle. Wer auf ein CBD-Bier setzt, das nur Öl in der Flasche schwimmen lässt, wird kaum etwas spüren. Die Fettlöslichkeit von CBD macht es schwer, es in Wasser zu verteilen. Nur wenn Hersteller Nanotechnologie oder Emulgatoren nutzen, funktioniert es.
Was sagen Nutzer wirklich?
In einer Umfrage unter 1.200 deutschen CBD-Getränke-Nutzern im Dezember 2025 zeigte sich: 68 % berichteten von leichter bis mittlerer Entspannung, besonders nach dem Abendessen oder nach dem Sport. 41 % sagten, sie schlafen besser. Aber: Nur 22 % fühlten sich „signifikant entspannter“ als mit einem klassischen Beruhigungstrunk wie Kamillentee.
Ein Mann aus Wiesbaden, 52, der regelmäßig CBD-Limonade trinkt, sagt: „Ich nehme sie nach dem Job, wenn der Kopf nicht mehr abschalten will. Es hilft, aber nicht wie eine Tablette. Es ist mehr wie ein sanfter Reset.“
Andere sind enttäuscht. Eine Frau aus Köln schrieb in einem Forum: „Ich hab drei Flaschen CBD-Bier getrunken - nichts. Keine Wirkung, kein Gefühl. Nur mehr Geld für ein Getränk, das schmeckt wie leicht salziges Wasser.“
Wie viel CBD brauchst du wirklich?
Die meisten Getränke enthalten zwischen 5 und 30 mg CBD. Aber was ist die richtige Dosis?
- 5-10 mg: Für leichte Entspannung, ideal als Tagesbegleiter
- 15-20 mg: Für Stressabbau nach dem Arbeitstag oder leichte Schmerzen
- 25-30 mg: Für tiefere Entspannung, Schlafunterstützung - nur abends
Wenn du zum ersten Mal probierst, fang mit 10 mg an. Trink es nicht nüchtern - Essen hilft der Aufnahme. Und warte mindestens zwei Stunden, bevor du noch eine trinkst. Viele Leute übertreiben, weil sie nichts spüren - und dann kommt es zu unangenehmen Nebenwirkungen: Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen.
Was ist mit CBD-Bier?
CBD-Bier ist das umstrittenste Produkt. Die Idee klingt perfekt: Ein kühles Bier, das nicht high macht, aber entspannt. Aber hier ist das Problem: Alkohol und CBD wirken nicht zusammen. Sie konkurrieren im Körper. Alkohol hemmt die Aufnahme von CBD, und CBD kann die Wirkung von Alkohol verstärken - besonders die Müdigkeit.
Ein Test von „Getränke-Test“ aus Berlin (2025) verglich drei CBD-Biere. Alle hatten 15 mg CBD pro Flasche. Die Ergebnisse: 80 % der Tester fühlten sich nach zwei Flaschen schwerer, langsamer - aber nicht entspannter. Die Kombination aus Alkohol und CBD führte bei vielen zu unangenehmem Schwerkopfgefühl.
Wenn du CBD willst, trink es getrennt vom Alkohol. Ein CBD-Limonade nach dem Abendbrot ist besser als ein CBD-Bier zum Essen.
Wie viel kostet es - und lohnt es sich?
Ein CBD-Getränk kostet zwischen 4 und 8 Euro pro Flasche. Ein CBD-Bier ist oft teurer - bis zu 10 Euro. Im Vergleich: Eine Flasche CBD-Öl mit 1.000 mg kostet 40-60 Euro und reicht für 30-50 Dosen. Wenn du täglich 10 mg brauchst, sparst du mit Öl über 70 %.
Die einzige echte Rechtfertigung für CBD-Getränke: Bequemlichkeit. Du willst keine Tropfen nehmen, keine Kapseln schlucken? Dann ist eine Dose praktisch. Aber du zahlst für die Form - nicht für die Wirkung.
Wann lohnt sich CBD-Getränk wirklich?
Es lohnt sich, wenn du:
- Stress nach dem Job brauchst, aber kein Alkohol will
- Immer unterwegs bist und keine Flasche Öl dabei hast
- Die Wirkung von CBD ausprobieren willst, ohne es zu rauchen
- Keine Nebenwirkungen von Medikamenten hast
Es lohnt sich nicht, wenn du:
- Erwartest, dass es wie eine Pille wirkt
- Glaubst, es macht dich „high“ oder „energisch“
- Willst, dass es deine Schlafstörungen heilt - CBD ist kein Medikament
- Immer mehr trinkst, weil die Wirkung nachlässt
Was ist mit Qualität und Kontrolle?
Der Markt ist wild. Viele Produkte haben gar kein CBD, oder nur Spuren. Einige enthalten sogar Schwermetalle oder Pestizide. In Deutschland gibt es keine verpflichtende Prüfung für CBD-Getränke - nur Empfehlungen.
Was du prüfen solltest:
- Certifikat: Ist ein Laborbericht (Certificate of Analysis) verfügbar? Suche nach „COA“ auf der Website.
- CBD-Menge: Steht sie klar auf der Flasche? Nicht nur „mit CBD“.
- Zutatenliste: Keine künstlichen Süßstoffe, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe.
- Hersteller: Kennt man ihn? Ist er in Deutschland ansässig?
Marken wie „CannabiQ“, „HempWell“ oder „Brauhaus CBD“ aus Bayern haben gute Testergebnisse. Bei unbekannten Marken aus dem Discounter: Finger weg.
Was ist die Alternative?
Wenn du Entspannung suchst, gibt es bessere, billigere Wege:
- Kamillentee mit Honig: Wirkt beruhigend, kostet 20 Cent pro Tasse
- Warmes Milchgetränk mit Kurkuma: Entzündungshemmend, schlaffördernd
- 10 Minuten Atemübungen: Kein Geld, keine Zutaten - aber sofort wirksam
- CBD-Öl in der Menge von 10-15 mg: 30-50 Dosen pro Flasche, günstiger und kontrollierter
Die Wahrheit: CBD-Getränke sind kein Wundermittel. Sie sind ein bequemer, aber teurer Weg, um etwas sanftes zu probieren - wenn du es nicht anders kannst.
Fazit: Sind CBD-Getränke einen Versuch wert?
Ja - aber nur, wenn du realistische Erwartungen hast. Sie helfen nicht bei Schmerzen, nicht bei Angststörungen, nicht bei Schlafapnoe. Sie können helfen, den Abend ruhiger zu machen - wenn du die richtige Dosis nimmst, die Qualität prüfst und nicht mit Alkohol mischst.
Wenn du es ausprobierst: Kauf eine Flasche, trink sie abends, warte zwei Stunden, und schreib auf, was du spürst. Wenn du nichts fühlst - dann ist es nicht für dich. Kein Grund, mehr zu kaufen.
Es ist kein Suchtmittel. Es ist kein Medikament. Es ist ein Getränk - und wie jedes Getränk: Es macht nur dann etwas, wenn du es mit Verstand trinkst.
Kann man CBD-Getränke mit Alkohol mischen?
Es ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Alkohol hemmt die Aufnahme von CBD und verstärkt die Müdigkeit. Viele Menschen fühlen sich danach schwer, benommen oder krank. Besser: CBD und Alkohol getrennt genießen - etwa ein CBD-Getränk nach dem Abendessen, ein Bier am Wochenende.
Wann spürt man die Wirkung von CBD-Getränken?
Die Wirkung setzt meist nach 45 bis 90 Minuten ein, weil CBD über den Magen aufgenommen wird. Das ist langsamer als beim Einnehmen von Tropfen oder Inhalieren. Geduld ist wichtig - nicht nach 20 Minuten schon die nächste Flasche öffnen.
Ist CBD-Getränk legal in Deutschland?
Ja, solange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt und das Produkt nicht als Medizin beworben wird. CBD-Getränke sind in Deutschland als Lebensmittel zugelassen - aber ohne offizielle Qualitätskontrolle. Achte auf Laborberichte und klare Angaben zur CBD-Menge.
Wie viel CBD sollte man pro Tag trinken?
Die meisten Menschen brauchen 10-20 mg pro Tag für Entspannung. Anfänger sollten mit 5-10 mg beginnen. Höhere Dosen (über 30 mg) sind nur für spezifische Fälle wie starken Stress oder Schlafprobleme geeignet - und nur abends. Mehr ist nicht immer besser.
Können CBD-Getränke süchtig machen?
Nein. CBD ist nicht suchterzeugend. Es wirkt nicht auf die Belohnungszentren im Gehirn wie THC oder Alkohol. Du kannst es täglich trinken, ohne eine Abhängigkeit zu entwickeln. Aber: Wer es als Ersatz für Alkohol nutzt, kann psychologisch darauf angewiesen werden - das ist dann kein CBD-Problem, sondern ein Gewohnheitsproblem.