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Ist THCP Indica oder Sativa? Die Wahrheit über die Wirkung von HHC-P

Lukas Engelhardt

Lukas Engelhardt

Ist THCP Indica oder Sativa? Die Wahrheit über die Wirkung von HHC-P

THCP ist kein Indica oder Sativa - das ist der erste und wichtigste Punkt, den du verstehen musst. Viele Menschen denken, dass Cannabinoide wie THCP automatisch zu einer bestimmten Cannabis-Sorte gehören, weil sie in Produkten mit diesen Bezeichnungen verkauft werden. Aber das ist ein Irrtum. THCP ist ein Cannabinoid, nicht eine Pflanzenart. Es ist eine chemische Verbindung, die in der Cannabis-Pflanze vorkommt - ähnlich wie THC, CBD oder HHC-P. Ob ein Produkt mit THCP nun als "Indica" oder "Sativa" vermarktet wird, sagt nichts über die Wirkung des THCP selbst aus. Es sagt nur etwas über die anderen Inhaltsstoffe im Produkt aus.

Was ist THCP wirklich?

THCP ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das 2019 von italienischen Forschern entdeckt wurde. Es ist eine Verbindung, die strukturell sehr ähnlich zu Delta-9-THC ist, aber mit einer längeren Seitenkette: 7 Atome statt 5. Diese kleine Veränderung macht es extrem stark. Studien zeigen, dass THCP bis zu 33-mal stärker an die CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet als herkömmliches THC. Das bedeutet: Selbst winzige Mengen können eine intensive, langanhaltende Wirkung haben - viel stärker als normales THC.

Du findest THCP nicht in großen Mengen in der natürlichen Pflanze. Es kommt nur in Spuren vor, oft weniger als 0,1 %. Deshalb wird es heute meist synthetisch hergestellt und in Öle, Gummis oder Blüten eingearbeitet. Viele Hersteller mischen es mit HHC-P, CBD oder anderen Cannabinoiden, um eine "besondere" Wirkung zu erzeugen. Und genau hier kommt die Verwirrung mit Indica und Sativa ins Spiel.

Warum wird THCP als Indica oder Sativa verkauft?

Die Bezeichnungen "Indica" und "Sativa" stammen aus der Botanik und beschreiben zwei Haupttypen der Cannabis-Pflanze. Indica-Pflanzen sind breit, niedrig und bringen oft eine körperlich entspannende Wirkung. Sativa-Pflanzen sind schlank, hoch und werden mit mehr Energie und mentaler Anregung assoziiert. Diese Klassifizierung wurde jahrzehntelang in der Cannabis-Industrie verwendet - und sie ist teilweise nützlich, wenn du echte Blüten kaufst.

Aber wenn ein Produkt nur aus reinem THCP oder einer Mischung mit HHC-P besteht, dann hat es keine Pflanzenstruktur mehr. Es ist ein isolierter Wirkstoff. Die Vermarktung als "Indica-THCP" oder "Sativa-THCP" ist also eine Marketing-Technik. Der Hersteller fügt vielleicht ein paar Terpene hinzu - wie Myrcen (typisch für Indica) oder Limonen (typisch für Sativa) - und nennt das dann "Indica". Das ändert aber nichts an der chemischen Wirkung von THCP selbst.

Ein Beispiel: Ein THCP-Öl mit Myrcen kann dich müde machen - aber das liegt nicht am THCP, sondern am Myrcen. Wenn du das gleiche Öl mit Limonen und Pinene mischst, könnte es dich wacher machen. Die Wirkung entsteht also durch die Kombination, nicht durch das THCP allein.

Wie wirkt HHC-P im Vergleich zu THCP?

HHC-P ist ein synthetisches Cannabinoid, das aus HHC (Hexahydrocannabinol) abgeleitet wird. Es ist bekannt für seine starke, aber klarere Wirkung im Vergleich zu THC. HHC-P bindet ebenfalls stark an CB1-Rezeptoren - etwa 10-mal stärker als normales THC - aber es wirkt oft weniger verwirrend und weniger körperlich betäubend als THCP.

Im Vergleich zu THCP ist HHC-P etwas weniger intensiv, aber länger anhaltend. Viele Nutzer berichten, dass HHC-P eine sanftere, fast meditative Wirkung hat - ideal für Abendnutzung. THCP hingegen kann sehr plötzlich und überwältigend wirken. Es ist wie ein Blitz: schnell, stark, schwer zu kontrollieren. Einige Nutzer beschreiben THCP als "überwältigend euphorisch", während HHC-P eher als "klar euphorisch" empfunden wird.

Beide sind nicht für Anfänger geeignet. Selbst 2-5 mg THCP können bei Ungeübten zu starken Nebenwirkungen führen: Schwindel, Herzklopfen, Angst, Verwirrung. HHC-P ist etwas toleranter, aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.

Vergleich: Indica-Pflanze neben reiner Cannabinoid-Mischung ohne Pflanzenbestandteile.

Was bestimmt die Wirkung: Der Wirkstoff oder die Mischung?

Wenn du ein Produkt mit THCP kaufst, musst du drei Dinge prüfen:

  1. Die Konzentration von THCP - ist es 10 %, 20 % oder nur 1 %? Je höher, desto stärker die Wirkung.
  2. Die anderen Cannabinoide - ist CBD, CBG oder HHC-P dabei? Diese können die Wirkung abmildern oder verstärken.
  3. Die Terpene - Myrcen (erhöht Sedierung), Limonen (fördert Stimmung), Pinene (verbessert Konzentration). Diese bestimmen, ob das Produkt "Indica-like" oder "Sativa-like" wirkt.

Ein Produkt mit 15 % THCP, 10 % CBD und Myrcen wird dich sehr entspannt machen - aber das ist nicht "Indica", das ist eine chemische Kombination. Ein Produkt mit 5 % THCP, 30 % HHC-P und Limonen könnte dich energisch stimmen - aber das ist nicht "Sativa", das ist eine andere Mischung.

Die Wirkung kommt also nicht von der Pflanzenart, sondern von der Formel. Wenn du nach einer bestimmten Erfahrung suchst, musst du die Zusammensetzung lesen, nicht die Marketing-Beschriftung.

Wie du dich sicher verhältst

Wenn du THCP oder HHC-P ausprobierst, folge diesen einfachen Regeln:

  • Starte mit 1-2 mg - nicht mehr. Ein Tropfen Öl reicht oft aus.
  • Warte mindestens 90 Minuten, bevor du mehr nimmst. Die Wirkung verzögert sich stark.
  • Nimm es nicht auf leeren Magen - das verstärkt die Wirkung unvorhersehbar.
  • Vermeide Alkohol und Beruhigungsmittel - die Kombination kann gefährlich sein.
  • Vertraue nicht auf "Indica" oder "Sativa" - schau auf die Zutatenliste.

Es gibt keine sichere Menge für THCP. Was für den einen nur leicht wirkt, kann für den anderen zu einem medizinischen Notfall werden. Die Forschung ist noch jung - und viele Produkte werden ohne strenge Qualitätskontrolle hergestellt. Kaufe nur von Anbietern, die dritte Partei-Zertifizierungen (wie COAs) veröffentlichen.

Person mit Dropper und COA-zertifiziertem Öl, mit aufschwebenden Zutatenlabels.

Was ist mit HHC-P - ist das auch Indica oder Sativa?

HHC-P ist genauso wenig Indica oder Sativa wie THCP. Es ist ein synthetisches Cannabinoid, das aus HHC hergestellt wird. Die meisten HHC-P-Produkte enthalten auch andere Cannabinoide, Terpene oder Aromastoffe. Wenn ein Hersteller HHC-P als "Sativa" vermarktet, dann hat er wahrscheinlich Terpene wie Limonen oder Caryophyllen hinzugefügt. Das ist kein natürlicher Zusammenhang - das ist eine chemische Kreation.

Die Wirkung von HHC-P ist oft länger als die von THC, aber klarer als die von THCP. Viele Nutzer sagen, dass HHC-P eine "ruhige Hochgefühl"-Wirkung hat - ideal für Entspannung ohne Betäubung. Es ist kein Ersatz für THC, aber ein interessanter Kandidat für Menschen, die eine stärkere, aber kontrollierbarere Erfahrung suchen.

Die Wahrheit über Indica und Sativa

Die alte Klassifizierung von Indica und Sativa ist inzwischen weitgehend überholt. Wissenschaftler haben gezeigt, dass die chemische Zusammensetzung - also die Menge an Cannabinoiden und Terpenen - viel wichtiger ist als die Pflanzenform. Zwei Pflanzen, die beide als "Sativa" bezeichnet werden, können völlig unterschiedliche Wirkungen haben. Und zwei Pflanzen, die als "Indica" gelten, können sich genauso unterscheiden.

Die Zukunft der Cannabis-Nutzung liegt nicht in der Botanik, sondern in der Chemie. Wenn du dich für THCP oder HHC-P interessierst, dann lerne die Wirkstoffe kennen - nicht die Marketing-Begriffe.

Was du wirklich brauchst

Du brauchst keine "Indica-THCP" oder "Sativa-HHC-P". Du brauchst:

  • Eine klare Zutatenliste
  • Eine dritte Partei-Zertifizierung (COA)
  • Eine niedrige Dosis
  • Eine ruhige Umgebung
  • Und vor allem: Geduld

THCP und HHC-P sind nicht Spielzeug. Sie sind starke, wenig erforschte Verbindungen. Ihre Wirkung hängt nicht davon ab, ob sie als "Indica" oder "Sativa" vermarktet werden - sondern davon, was wirklich in der Flasche ist.

Ist THCP legal?

In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist THCP rechtlich in einer Grauzone. Es ist kein THC, aber es wirkt wie ein starkes THC-Äquivalent. Derzeit ist es nicht explizit verboten, aber viele Behörden behandeln es wie ein analoges Rauschmittel. Der Verkauf ist oft nur über sogenannte "Kaufhäuser" oder Online-Shops möglich - und die Qualität ist unreguliert. Kaufe nur Produkte mit validem COA und vermeide unklare Anbieter.

Kann man THCP mit CBD kombinieren?

Ja, das ist sogar empfohlen. CBD wirkt als natürlicher "Bremsklotz" für THCP. Es reduziert Angst, Herzklopfen und Überreizung, ohne die euphorische Wirkung vollständig zu unterdrücken. Viele hochwertige THCP-Produkte enthalten bereits 10-20 % CBD, um die Erfahrung ausgewogener zu machen. Eine Kombination von 5 mg THCP und 15 mg CBD ist für viele Nutzer eine gute Startdosis.

Wie lange hält die Wirkung von THCP an?

Die Wirkung von THCP beginnt oft erst nach 60-90 Minuten, wenn sie oral eingenommen wird. Sie kann bis zu 8-12 Stunden anhalten - manchmal sogar länger. Das liegt an der starken Bindung an die CB1-Rezeptoren und der langsamen Abbaurate im Körper. Im Gegensatz zu THC, das nach 2-4 Stunden nachlässt, bleibt THCP oft bis zum nächsten Tag spürbar. Plan deine Nutzung daher entsprechend ein.

Ist HHC-P sicherer als THCP?

HHC-P ist nicht "sicherer", aber oft besser verträglich. Es wirkt weniger abrupt und weniger körperlich betäubend als THCP. Die Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Angst treten seltener auf. Dennoch ist es kein harmloses Produkt. Beide Substanzen sind stark und sollten nur von erfahrenen Nutzern mit Vorsicht eingesetzt werden. Keine davon ist für Jugendliche, Schwangere oder Menschen mit Herzproblemen geeignet.

Woher weiß ich, ob ein Produkt echtes THCP enthält?

Nur durch einen COA (Certificate of Analysis). Das ist ein Laborbericht, der zeigt, welche Cannabinoid- und Terpen-Konzentrationen im Produkt enthalten sind. Ein echter COA listet THCP mit einer genauen Prozentzahl auf - nicht nur "Cannabinoide: 15 %". Wenn der Anbieter keinen COA bereitstellt, vermeide das Produkt. Viele Produkte, die "THCP" behaupten, enthalten gar keins - sondern nur HHC, CBD oder synthetische Cannabinoide mit ähnlicher Wirkung.