Wenn du an Fibromyalgie leidest, weißt du, wie erschöpfend es ist, jeden Tag mit Schmerzen, Müdigkeit und steifen Muskeln zu kämpfen. Viele Menschen suchen nach Alternativen zu herkömmlichen Medikamenten - und dabei stößt man immer öfter auf CBG, das Cannabigerol. Aber ist CBG wirklich eine sinnvolle Option? Oder ist es nur ein weiterer Hype? Hier ist, was die aktuellen Daten wirklich zeigen.
Was ist CBG und wie unterscheidet es sich von CBD?
CBG steht für Cannabigerol. Es ist ein Cannabinoid, das in der Hanfpflanze vorkommt - aber nur in sehr geringen Mengen. Während CBD (Cannabidiol) das meistverbreitete Cannabinoid ist, ist CBG eher ein Vorläufer. Im Laufe des Pflanzenwachstums verwandelt sich CBG in CBD, THC und andere Verbindungen. Deshalb ist CBG teurer und schwerer zu gewinnen. Doch genau das macht es interessant: Es wirkt anders als CBD.
Studien zeigen, dass CBG eine starke entzündungshemmende Wirkung hat. Es bindet an CB1- und CB2-Rezeptoren im Endocannabinoid-System, aber anders als THC löst es keine psychoaktiven Effekte aus. Das bedeutet: Du bekommst die mögliche Linderung ohne das Gefühl, „high“ zu sein.
Wie könnte CBG bei Fibromyalgie helfen?
Fibromyalgie ist keine einfache Erkrankung. Es geht nicht nur um Schmerzen - es ist ein komplexes Syndrom mit Schmerzempfindlichkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit und manchmal sogar Gedächtnisproblemen. Das Endocannabinoid-System spielt hier eine zentrale Rolle: Es reguliert Schmerz, Stimmung und Entzündungen. Wenn dieses System aus dem Gleichgewicht ist, kann das die Symptome verschlimmern.
Einige tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass CBG die Schmerzempfindlichkeit reduzieren kann. Eine 2023-Studie an Mäusen mit chronischen Schmerzen zeigte, dass CBG die Aktivität von Nervenzellen im Rückenmark dämpfte, die für die Übertragung von Schmerzsignalen verantwortlich sind. Das ist besonders relevant für Fibromyalgie, bei der das Nervensystem überempfindlich wird.
Daneben hat CBG auch eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Es könnte helfen, die überaktive Stressreaktion zu reduzieren, die viele Fibromyalgie-Patienten erleben. Einige Nutzer berichten von besserem Schlaf und weniger Angst - zwei Faktoren, die die Krankheit stark verschlimmern.
Gibt es direkte Studien an Menschen mit Fibromyalgie?
Nein. Bisher gibt es keine klinischen Studien, die CBG speziell bei Fibromyalgie-Patienten getestet haben. Das ist wichtig zu verstehen. Viele Online-Berichte und Werbeaussagen basieren auf Erfahrungsberichten - nicht auf wissenschaftlichen Daten.
Im Vergleich dazu gibt es mehrere Studien zu CBD bei Fibromyalgie. Eine 2020-Studie aus Israel mit 150 Patienten zeigte, dass CBD-Öl die Schmerzintensität um durchschnittlich 30 % reduzierte und die Schlafqualität verbesserte. CBG könnte ähnlich wirken - aber es ist nicht dasselbe.
Die meisten Daten zu CBG stammen aus Laborversuchen oder Studien mit anderen Erkrankungen, wie z.B. entzündlichen Darmerkrankungen oder Glaukom. Es gibt keine klare Brücke von diesen Ergebnissen zu Fibromyalgie. Das bedeutet: Die Hoffnung ist da, aber die Beweise fehlen noch.
Was sagen Nutzer wirklich?
Viele Menschen, die CBG-Öl, Kapseln oder Cremes ausprobieren, berichten von positiven Effekten. Typische Aussagen: „Ich schlafe endlich durch“, „Die Muskelsteifheit ist weniger stark“, „Ich fühle mich ruhiger“. Einige kombinieren CBG mit CBD - und sagen, dass die Wirkung stärker ist.
Doch es gibt auch negative Erfahrungen. Einige bemerken keine Veränderung, andere leiden unter leichten Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen - besonders bei hohen Dosen. Wichtig: CBG ist kein Wundermittel. Es wirkt langsam, oft erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung.
Wie sollte man CBG einnehmen?
Wenn du es ausprobieren möchtest, gibt es einige praktische Ansätze:
- Öl unter die Zunge: Die schnellste Methode. Tropfen unter die Zunge geben, 60 Sekunden halten, dann schlucken. Wirkung nach 20-40 Minuten.
- Kapseln: Für Menschen, die keine Öle mögen. Wirkung verzögert, aber länger anhaltend.
- Cremes oder Salben: Wenn du lokale Schmerzen in Muskeln oder Gelenken hast. CBG kann lokal wirken, ohne ins Blut zu gelangen.
Starte mit einer niedrigen Dosis: 5-10 mg CBG pro Tag. Beobachte 14 Tage. Wenn keine Wirkung, erhöhe langsam auf 15-20 mg. Höhere Dosen (über 25 mg) sind nicht notwendig und können Nebenwirkungen erhöhen.
Was du beim Kauf beachten solltest
Nicht alle CBG-Produkte sind gleich. Viele enthalten kaum CBG - oder gar kein echtes Cannabinoid. Hier sind drei Dinge, die du prüfen musst:
- Third-Party-Testberichte: Der Hersteller sollte einen Zertifikat von einem unabhängigen Labor bereitstellen, das die CBG-Konzentration und Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide nachweist.
- CBG-Gehalt: Ein gutes Produkt enthält mindestens 10-15 % CBG. Bei Ölen sollte das auf der Flasche klar stehen.
- Kein THC: Wähle Produkte mit „THC-frei“ oder „0,0 % THC“. In Deutschland ist selbst geringes THC rechtlich riskant.
Vermeide Produkte, die nur „Hemp Extract“ oder „Cannabinoid Blend“ nennen - ohne genaue Angaben. Das ist oft Marketing ohne Substanz.
CBG vs. CBD: Was ist besser für Fibromyalgie?
Es gibt keine klare Antwort. CBD hat mehr Forschungsdaten, CBG hat potenziell stärkere entzündungshemmende Eigenschaften. Einige Patienten kombinieren beide - und berichten von besseren Ergebnissen als mit nur einem Stoff.
Wenn du neu bist, starte mit CBD. Es ist günstiger, leichter verfügbar und besser erforscht. Wenn du nach 4-6 Wochen keine Besserung siehst, kannst du CBG hinzufügen - oder es als Alternative testen.
Was ist mit CBG-Cosmetics?
Die Frage lautete ja: „Ist CBG gut für Fibromyalgie?“ - aber du hast auch „CBG cosmetics“ erwähnt. Hier ist die Klarstellung: Topische Produkte wie Cremes oder Badezusätze mit CBG können lokale Schmerzen lindern, aber sie wirken nicht auf das zentrale Nervensystem. Sie können also helfen, wenn du steife Schultern oder schmerzende Knie hast - aber nicht, wenn du allgemeine Müdigkeit oder Gehirnnebel spürst.
Wenn du auf der Suche nach einer umfassenden Lösung bist, dann brauchst du ein orales Produkt - nicht nur eine Creme.
Was ist der beste Weg voranzugehen?
CBG ist kein Medikament. Es ist ein Nahrungsergänzungsmittel - und damit nicht reguliert wie ein Arzneimittel. Das bedeutet: Kein Arzt verschreibt es. Keine Krankenkasse übernimmt die Kosten. Du musst selbst entscheiden - aber du solltest das nicht allein tun.
Sprich mit deinem Arzt. Zeige ihm die Produkte, die du in Betracht ziehst. Frag nach, ob es Wechselwirkungen mit deinen aktuellen Medikamenten geben könnte. Viele Fibromyalgie-Patienten nehmen Antidepressiva, Schmerzmittel oder Muskelrelaxantien - und CBG könnte die Wirkung beeinflussen.
Halte ein Symptomtagebuch: Notiere, wie stark deine Schmerzen sind, wie gut du schläfst, wie viel Energie du hast - vor und nach der Einnahme von CBG. Das hilft dir, wirklich zu sehen, ob es etwas verändert.
Und sei geduldig. CBG wirkt nicht wie ein Schmerzmittel, das innerhalb von Minuten wirkt. Es arbeitet langsam am System - und das braucht Zeit.
Ist CBG legal in Deutschland?
Ja, solange das Produkt keinen THC enthält oder nur unter 0,2 % THC hat - das ist die gesetzliche Grenze für Hanfprodukte. CBG selbst ist nicht gesetzlich eingeschränkt. Wichtig: Achte auf Zertifikate, die den THC-Gehalt nachweisen. Produkte mit höherem THC sind illegal und können rechtliche Folgen haben.
Kann CBG mit anderen Medikamenten interagieren?
Ja. CBG wird im Körper über das gleiche Enzymsystem abgebaut wie viele Schmerzmittel, Antidepressiva und Blutverdünner - besonders über das CYP3A4-Enzym. Das bedeutet: Es könnte die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen. Wenn du zum Beispiel Antidepressiva wie Sertralin oder Schmerzmittel wie Gabapentin nimmst, solltest du vor der Einnahme von CBG unbedingt deinen Arzt konsultieren.
Wie lange dauert es, bis CBG wirkt?
Bei oraler Einnahme (Öl oder Kapseln) spüren manche Menschen nach 2-3 Tagen leichte Veränderungen. Aber für eine echte Wirkung auf Schmerz, Schlaf und Müdigkeit brauchst du mindestens 3-6 Wochen regelmäßige Anwendung. Es ist kein schneller Effekt - sondern eine langsame Regulierung des Körpers.
Gibt es Nebenwirkungen von CBG?
CBG wird von den meisten Menschen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Müdigkeit, trockener Mund, gelegentlich Magenunwohlsein oder Appetitveränderungen. Bei hohen Dosen über 25 mg täglich können Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten. Starte immer mit niedrigen Dosen und erhöhe langsam.
Sollte ich CBG als einzige Behandlung nutzen?
Nein. CBG ist kein Ersatz für eine ganzheitliche Therapie. Fibromyalgie braucht mehr als ein Naturprodukt: Bewegung, Schlafhygiene, Stressmanagement und manchmal auch medikamentöse Unterstützung. CBG kann ein Baustein sein - aber nicht die ganze Lösung.