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Ist CBD Indica oder Sativa? Die wahre Unterscheidung verstehen

Lukas Bohm

Lukas Bohm

Ist CBD Indica oder Sativa? Die wahre Unterscheidung verstehen

Wenn du dich zum ersten Mal mit CBD beschäftigst, wirst du schnell auf die Begriffe Indica und Sativa stoßen. Viele Menschen denken, dass CBD genauso funktioniert wie THC - als ob es eine klare Aufteilung gibt: Indica macht dich müde, Sativa macht dich wach. Aber das ist ein Irrtum. CBD selbst ist keine Indica oder Sativa. Es ist ein Molekül. Und diese beiden Begriffe beschreiben nicht das CBD, sondern die Pflanzen, aus denen es gewonnen wird.

Was Indica und Sativa wirklich bedeuten

Indica und Sativa sind zwei Hauptarten der Cannabispflanze. Sie unterscheiden sich seit Jahrhunderten durch Wuchsform, Blattform und die chemische Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe. Indica-Pflanzen sind kürzer, dicker und haben breitere Blätter. Sie wachsen besser in kühleren Klimazonen. Sativa-Pflanzen hingegen sind hochgewachsen, schlank und haben schmalere Blätter - sie bevorzugen warmes, sonniges Klima.

Früher dachten Forscher, dass diese Unterschiede auch die Wirkung bestimmen: Indica = entspannend, Sativa = anregend. Das ist aber ein Mythos, der aus der Zeit stammt, als man noch nicht die Wirkung einzelner Cannabinoiden verstand. Heute wissen wir: Die Wirkung hängt nicht von der Pflanzenart ab, sondern von der Kombination von CBD, THC, Terpenen und anderen sekundären Inhaltsstoffen.

Warum du CBD nicht als Indica oder Sativa einordnen kannst

CBD ist ein einzelner Wirkstoff. Es ist kein „Typ“ wie Indica oder Sativa. Du kannst CBD aus einer Indica-Pflanze gewinnen - oder aus einer Sativa-Pflanze. Die meisten kommerziellen CBD-Produkte stammen heute aus speziell gezüchteten Hanfsorten, die extrem wenig THC enthalten und reich an CBD sind. Diese Sorten sind oft genetisch eine Mischung aus Indica und Sativa, manchmal sogar ganz neue Hybridlinien.

Wenn du ein CBD-Öl kaufst, das als „Indica-CBD“ vermarktet wird, dann ist das ein Marketingbegriff. Es bedeutet nicht, dass das CBD selbst „indica-artig“ wirkt. Es bedeutet nur: Das CBD wurde aus einer Pflanze gewonnen, die traditionell als Indica klassifiziert wurde. Und vielleicht enthält das Öl noch andere Inhaltsstoffe - wie Terpene -, die eine beruhigende Wirkung haben. Aber das liegt nicht am CBD, sondern an den anderen Verbindungen.

Was wirklich die Wirkung von CBD beeinflusst

Die Wirkung von CBD hängt von drei Faktoren ab:

  • Reinheit: Ist es ein Isolat (nur CBD) oder ein Vollspektrum-Produkt (CBD + andere Cannabinoiden und Terpene)?
  • Dosierung: 10 mg wirken anders als 50 mg - und das ist individuell.
  • Terpenprofil: Terpene sind die ätherischen Öle in der Pflanze. Linalool wirkt beruhigend, Limonen anregend, Myrcen schlaffördernd. Diese Stoffe beeinflussen die Wirkung viel stärker als die alte Indica/Sativa-Einteilung.

Ein Vollspektrum-CBD-Öl mit viel Myrcen und Linalool wird dich eher entspannen - egal ob es aus einer „Sativa“-Pflanze stammt. Ein CBD-Isolat mit keinerlei Terpene wirkt neutral, fast unspezifisch. Und ein Produkt mit hohem THC-Gehalt (über 0,3 %) wird ganz andere Effekte haben - aber das ist dann kein reines CBD mehr.

Ein Wissenschaftler untersucht ein CBD-Isolat neben Extrakten aus Indica- und Sativa-Pflanzen, mit einem Laborbericht auf dem Tisch.

Wie du ein CBD-Produkt wirklich auswählst

Verlasse dich nicht auf die Etiketten mit „Indica“ oder „Sativa“. Stattdessen schau dir diese drei Dinge an:

  1. Zertifizierter Laborbericht: Jedes seriöse CBD-Produkt sollte einen sogenannten COA (Certificate of Analysis) haben. Darin steht genau: Wie viel CBD, THC, Terpene und eventuell Schadstoffe enthalten sind.
  2. Typ des Produkts: Willst du ein Isolat (reines CBD)? Oder ein Vollspektrum-Produkt, das natürliche Terpene enthält? Letzteres ist oft wirksamer - aber nicht für jeden geeignet.
  3. Terpen-Liste: Wenn der Hersteller die Terpene auflistet, kannst du selbst einschätzen: Linalool? Dann eher entspannend. Pinene? Dann eher konzentrierend.

Ein Beispiel: Ein CBD-Öl mit 5 % CBD, 0,2 % THC, 1,2 % Myrcen und 0,8 % Linalool wird dich wahrscheinlich beruhigen - auch wenn es aus einer „Sativa“-Pflanze stammt. Ein anderes Öl mit 5 % CBD, 0,1 % THC, 1,5 % Limonen und 0,3 % Caryophyllen könnte dir mehr Energie geben - selbst wenn es als „Indica“ vermarktet wird.

Warum der Mythos weiterlebt

Der Begriff „Indica vs. Sativa“ ist so tief in der Cannabis-Kultur verwurzelt, dass er sich hartnäckig hält. Selbst viele Ärzte und Apotheker verwenden diese Begriffe, obwohl sie wissen, dass sie irreführend sind. Es ist einfacher, Menschen zu sagen: „Nimm Indica für die Nacht“ als: „Nimm ein CBD-Produkt mit hohem Myrcen- und Linalool-Gehalt.“

Der Markt nutzt das aus. Viele Hersteller verwenden „Indica-CBD“ oder „Sativa-CBD“ einfach, um Produkte besser verkaufen zu können. Es klingt vertraut. Es fühlt sich wie eine klare Entscheidung an. Aber es ist kein wissenschaftlicher Unterschied - nur ein Marketing-Trick.

Eine Person hält ein CBD-Öl, umgeben von Terpen-Symbolen, während ein kaputter 'Indica-CBD'-Aufkleber am Boden liegt.

Was du wirklich brauchst

Du brauchst kein CBD, das als „Indica“ oder „Sativa“ verkauft wird. Du brauchst ein Produkt, das zu deinem Körper und deinem Ziel passt.

Wenn du nachts besser schlafen willst: Suche nach Vollspektrum-CBD mit Myrcen und Linalool. Wenn du tagsüber Ruhe ohne Müdigkeit suchst: Ein Isolat oder ein Produkt mit Limonen und Pinene könnte besser sein. Wenn du empfindlich auf THC reagierst: Achte auf einen THC-Gehalt unter 0,2 %.

Probiere es aus. Halte ein Tagebuch: Was hast du genommen? Wann? Wie hast du dich danach gefühlt? Nach ein paar Wochen siehst du Muster - und dann weißt du, was wirklich für dich funktioniert. Nicht was ein Etikett sagt. Sondern was dein Körper dir sagt.

Die einfache Regel

Verwende die Worte „Indica“ und „Sativa“ nicht mehr, wenn es um CBD geht. Sie sind irrelevant. Stattdessen frag dich:

  • Enthält das Produkt nur CBD oder auch andere natürliche Inhaltsstoffe?
  • Wie hoch ist der Gehalt an Terpenen, die beruhigen oder anregen?
  • Wie viel THC ist drin - und ist das für mich sicher?

Du bist nicht auf eine alte, falsche Klassifikation angewiesen. Du hast die Macht, die Wirkung selbst zu verstehen - und das ist viel mächtiger als jeder Label-Mythos.

Ist CBD aus Indica-Sorten anders als CBD aus Sativa-Sorten?

Nein. CBD ist chemisch identisch, egal aus welcher Pflanzenart es stammt. Die Unterschiede liegen nicht im CBD selbst, sondern in den anderen Inhaltsstoffen wie Terpenen oder Spuren von THC, die mit dem CBD extrahiert wurden. Ein CBD-Isolat aus einer Indica-Pflanze wirkt genauso wie ein CBD-Isolat aus einer Sativa-Pflanze.

Warum vermarkten manche Produkte CBD als „Indica“ oder „Sativa“?

Das ist ein Marketingtrick. Die Begriffe „Indica“ und „Sativa“ sind im Cannabis-Markt tief verankert. Verbraucher assoziieren „Indica“ mit Entspannung und „Sativa“ mit Energie. Hersteller nutzen das, um Produkte verständlicher und verkaufsfördernd zu machen - auch wenn die Einteilung wissenschaftlich nicht haltbar ist.

Kann CBD aus Sativa-Pflanzen anregend wirken?

CBD selbst ist nicht anregend. Aber wenn ein Produkt aus einer Sativa-Pflanze stammt und reich an Terpenen wie Limonen oder Pinene ist, können diese Stoffe eine anregende Wirkung haben. Es liegt also nicht am CBD, sondern an den anderen Inhaltsstoffen. Ein reines CBD-Isolat aus jeder Pflanzenart wirkt neutral.

Sollte ich auf CBD-Isolat oder Vollspektrum-CBD setzen?

Das hängt von deinem Ziel ab. Wenn du empfindlich auf andere Cannabinoiden oder Terpene reagierst, ist ein Isolat sicherer. Wenn du die sogenannte „Entourage-Wirkung“ nutzen willst - also die verstärkte Wirkung durch kombinierte Inhaltsstoffe - ist Vollspektrum-CBD oft effektiver. Beide Formen sind wirksam, aber auf unterschiedliche Weise.

Wie erkenne ich ein seriöses CBD-Produkt?

Ein seriöses Produkt hat einen öffentlich verfügbaren COA (Certificate of Analysis) von einem unabhängigen Labor. Darin stehen genau: CBD-Gehalt, THC-Gehalt, Terpenprofil und Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide. Kein COA? Dann verlasse dich nicht darauf. Vermeide Produkte, die nur „Indica“ oder „Sativa“ als Hauptmerkmal nennen - das ist kein Qualitätszeichen.