Gesundheit und Wellness

Beeinflusst CBD-Vaping die Lunge?

Lukas Bohm

Lukas Bohm

Beeinflusst CBD-Vaping die Lunge?

Wenn du CBD vape nutzt, fragst du dich vielleicht: CBD Vaping tut der Lunge gut oder schadet sie? Viele Menschen greifen zu CBD-Dampfern, weil sie glauben, es sei eine sanfte, natürliche Art, Entspannung oder Linderung von Schmerzen zu finden. Aber was passiert wirklich, wenn du diese Flüssigkeit einatmest? Die Antwort ist komplex - und sie hat weniger mit CBD selbst zu tun, als mit dem, was sonst noch in der Flüssigkeit drin ist.

Was ist eigentlich in CBD-Vape-Flüssigkeit?

CBD ist ein Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Es ist nicht berauschend wie THC, und es wirkt auf das Endocannabinoid-System im Körper. Aber die Flüssigkeit, die du in deinem Vape-Gerät füllst, enthält nicht nur CBD. Sie enthält meist Propylenglykol (PG), Vegetables Glycerin (VG), Aromen und manchmal sogar THC oder synthetische Zusätze. Diese Stoffe sind es, die die Lunge belasten - nicht das CBD allein.

Propylenglykol und Vegetables Glycerin sind in vielen E-Zigaretten enthalten und gelten als sicher, wenn sie oral eingenommen werden. Aber wenn du sie einatmest, werden sie zu winzigen Partikeln, die tief in die Lunge gelangen. Studien zeigen, dass diese Partikel Entzündungen in den Atemwegen auslösen können - besonders bei langfristiger Nutzung. Einige Aromen, wie Zimt, Vanille oder Butterscotch, enthalten Chemikalien wie Diacetyl, die mit einer schweren Lungenkrankheit namens „Popcorn-Lunge“ in Verbindung gebracht wurden. Diese Krankheit ist selten, aber sie tritt bei Menschen auf, die jahrelang Aromen mit Diacetyl inhaliert haben - etwa in Fabriken, die Popcorn-Aroma herstellen.

Studien über CBD-Vaping und Lungen

Es gibt keine großen Langzeitstudien, die speziell CBD-Vaping und Lungen schädigen, weil es noch zu neu ist. Aber wir haben Daten von E-Zigaretten allgemein. Eine Studie der University of California, San Francisco, analysierte 1.300 Vape-Nutzer und fand, dass regelmäßige Dampfer ein 34% höheres Risiko haben, Atemwegsbeschwerden wie Husten, Kurzatmigkeit oder Bronchitis zu entwickeln - unabhängig davon, ob sie Nikotin oder CBD dampfen.

Ein weiterer Befund: Die Lunge ist kein Filter für chemische Dämpfe. Sie nimmt alles auf - selbst wenn es als „natürlich“ vermarktet wird. Einige CBD-Produkte enthalten MCT-Öl (Kokosnussöl), das als Trägerstoff verwendet wird. Das ist bei oraler Einnahme in Ordnung, aber wenn du es dampfst, kann es sich in der Lunge ablagern und zu Lipoid-Pneumonie führen - einer seltenen, aber ernsten Entzündung, die durch Fette in den Lungenbläschen entsteht. Die CDC hat bereits mehrere Fälle dokumentiert, die auf Öldämpfe zurückgeführt wurden.

CBD vs. THC: Was ist der Unterschied?

Manche denken, CBD sei harmlos, weil es nicht high macht. Das stimmt - aber das macht es nicht sicherer für die Lunge. THC-Dämpfe können ebenfalls Entzündungen verursachen, aber CBD-Dämpfe haben dieselben Trägerstoffe, Aromen und Lösungsmittel. Der Unterschied liegt nicht im Cannabinoid, sondern in der Zubereitung. Ein CBD-Dampfer mit reinem CBD und reinem VG ist wahrscheinlich weniger schädlich als ein CBD-Dampfer mit 15 verschiedenen Aromen und künstlichen Zusätzen.

Einige Hersteller werben mit „reinem CBD“ oder „laborgeprüft“. Aber es gibt keine strenge Regulierung in Deutschland für CBD-Dampfprodukte. Das bedeutet: Was auf der Flasche steht, muss nicht stimmen. Ein Test von 2024 durch das Bundesinstitut für Risikobewertung fand bei 3 von 10 CBD-Dampfprodukten Spuren von THC - und bei 5 von 10 unerlaubte Aromastoffe.

Querschnitt der Lunge mit gesundem Gewebe auf einer Seite und Entzündungen durch chemische Partikel auf der anderen.

Wie du deine Lunge schützt, wenn du CBD dampfst

Wenn du CBD dampfen willst, aber deine Lunge nicht riskieren willst, gibt es einige klare Regeln:

  1. Vermeide Aromen. Wähle Produkte mit nur zwei Zutaten: CBD und Vegetables Glycerin. Kein Propylenglykol, kein Zimt, kein Vanilleextrakt.
  2. Verzichte auf MCT-Öl. Es ist kein geeigneter Trägerstoff zum Dampfen. Suche nach Produkten, die explizit sagen: „Nicht zum Vaping geeignet“ - und ignoriere sie.
  3. Kaufe nur von vertrauenswürdigen Anbietern. Suche nach Produkten mit einem Zertifikat von einem unabhängigen Labor - nicht nur dem Hersteller. Der Bericht sollte zeigen: Kein THC, kein Schwermetall, keine Pestizide, keine künstlichen Aromen.
  4. Nicht täglich nutzen. Selbst reine Flüssigkeit kann sich langfristig negativ auswirken. Nutze CBD-Dampfen nur gelegentlich - als Notfall, nicht als Routine.
  5. Beobachte deine Lunge. Hustest du mehr als vorher? Bist du schneller außer Atem? Dann hör auf. Dein Körper sagt dir, dass etwas nicht stimmt.

Was ist die sicherste Alternative?

Wenn du CBD für Entspannung, Schlaf oder Schmerzlinderung suchst, gibt es bessere Wege, es einzunehmen:

  • CBD-Öl unter die Zunge - das ist die klassische Methode. Es wirkt langsam, aber sicher, und die Lunge bleibt unberührt.
  • CBD-Kapseln - genau dosiert, keine Aromen, keine Dämpfe.
  • CBD-Cremes - für lokale Schmerzen wie Gelenke oder Muskeln. Keine Lunge, kein Risiko.

Die meisten Menschen, die CBD dampfen, tun es, weil sie den schnellen Effekt wollen. Aber die Wirkung setzt bei Ölen innerhalb von 20 bis 40 Minuten ein - und hält länger an. Beim Dampfen ist der Effekt zwar schneller, aber kürzer und oft stärker begleitet von Unwohlsein.

Person legt Vape-Pen weg und nimmt stattdessen CBD-Öl unter die Zunge – sichere Alternative.

Warum viele Leute trotzdem weiter dampfen

Es gibt einen psychologischen Grund, warum Menschen trotz Risiken weitermachen: Der schnelle Effekt fühlt sich wie eine sofortige Lösung an. Du drückst auf den Knopf - und innerhalb von zwei Atemzügen spürst du eine Entspannung. Das ist stark. Aber es ist auch eine Falle. Der Körper gewöhnt sich daran, und du brauchst immer mehr, um denselben Effekt zu erreichen. Das ist nicht CBD, das süchtig macht - sondern das Verhalten.

Und dann gibt es noch die Marketing-Täuschung. „Natürliches CBD“ klingt wie eine Gesundheitsdroge. Aber Natur ist nicht gleich sicher. Nikotin ist auch natürlich. Asbest ist natürlich. Was zählt, ist, wie dein Körper es verarbeitet - und deine Lunge kann Dämpfe nicht wie Nahrung verdauen.

Was sagen Ärzte?

Ärzte in Deutschland warnen seit 2023 klar: „Wir sehen immer mehr Patienten mit unklaren Lungenbeschwerden, die CBD-Dampfen nutzen. Die Symptome sind oft unspezifisch - Husten, Müdigkeit, Atemnot. Aber wenn wir nachfragen, sagen sie: ‚Ich dampfe CBD, weil es ja legal ist und gesund.‘“

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie sagt: „Jeder, der Inhalationsprodukte nutzt, sollte wissen: Die Lunge ist kein Organ, das für Dämpfe gemacht ist. Selbst wenn sie keine Nikotin- oder THC-Dämpfe sind.“

Was passiert, wenn du aufhörst?

Wenn du aufhörst, CBD zu dampfen, beginnt deine Lunge sich innerhalb von Wochen zu erholen. Die Entzündungen klingen ab, der Schleim produziert sich weniger, und die Lungenfunktion verbessert sich. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigte, dass Menschen, die nach drei Monaten mit dem Dampfen aufhörten, eine durchschnittliche Verbesserung der Lungenkapazität von 12% hatten - selbst wenn sie jahrelang gedampft hatten.

Es ist nie zu spät, aufzuhören. Und es ist nie zu früh, nach einer sichereren Methode zu suchen.

Kann CBD-Vaping die Lunge dauerhaft schädigen?

Ja, es kann - aber nicht durch CBD selbst, sondern durch die Zusatzstoffe wie Aromen, Propylenglykol oder MCT-Öl. Langfristiges Dampfen kann zu chronischen Entzündungen, Lipoid-Pneumonie oder vermindertem Lungenfunktion führen. Die Schäden sind oft reversibel, wenn man aufhört - aber nicht immer vollständig.

Ist CBD-Dampfen legal in Deutschland?

Ja, CBD-Dampfen ist legal, solange das Produkt weniger als 0,2 % THC enthält und nicht als Medizin vermarktet wird. Aber die Gesetzgebung ist lückenhaft. Viele Produkte enthalten versteckte Inhaltsstoffe, die illegal sind - und werden trotzdem verkauft. Die Kontrolle ist unzureichend.

Warum ist CBD-Öl sicherer als CBD-Dampfen?

CBD-Öl wird unter die Zunge geträufelt und über die Schleimhäute aufgenommen - die Lunge bleibt komplett außen vor. Es gibt keine Dämpfe, keine Partikel, keine chemischen Reaktionen in den Atemwegen. Die Wirkung ist langsamer, aber stabiler und sicherer.

Welche Aromen sind besonders gefährlich beim Dampfen?

Aromen mit Diacetyl, Acetylpropionyl oder Acetoin - oft in Vanille, Karamell, Butterscotch, Zimt oder Fruchtgeschmack enthalten - sind besonders riskant. Sie können zu schweren Lungenentzündungen führen. Selbst wenn sie als „natürlich“ gekennzeichnet sind, sind sie beim Einatmen schädlich.

Sollte ich CBD-Dampfen als Schlafmittel nutzen?

Nein. CBD kann helfen, aber Dampfen ist keine gute Methode für Schlaf. Die Wirkung ist zu kurz, und das wiederholte Einatmen stört den natürlichen Schlafzyklus. Besser: CBD-Öl 30 Minuten vor dem Schlafengehen unter die Zunge geben. So wirkt es sanft und ohne Lungenbelastung.